Gebühren bei Kartenzahlung

In Portugal verbreitet sich in regelmäßigen Abständen die Meldung über vorgebliche Pläne, Transaktionen mit Plastikgeld teurer zu machen und sogar Abhebungen am Geldautomaten mit einer Gebühr zu belegen. Bisher erwies sich die Mitteilung stets als Wandermärchen. Nun aber drohen Kreditkarte-Firmen tatsächlich mit einer Gebühren-Erhöhung. Hintergrund sind neue Pläne der EU-Kommission, Zahlungen mit Kreditkarte billiger zu machen. Dazu sollen die so genannten Interbanken-Gebühren begrenzt werden, die anfallen, weil die Bank des Händlers an die Bank des mit Karte zahlenden Kunden eine Gebühr für die bargeldlose Operation zahlen muss. Die Gebühr rechnen Händler und Dienstleister in aller Regel zu ihren Preisen hinzu, sodass alle Kunden, auch Barzahler, für die Bereitstellung des Kartenservice zahlen. Wettbewerbs-Kommissar Joaquín Almunia möchte diese versteckten Zuschläge auf „0,2 Prozent des zu zahlenden Betrags bei Zahlung mit Debitkarten und 0,3 Prozent bei Kreditkarten beschränken“ (derzeit können die Gebühren 1,5 Prozent übersteigen). 
IQ Die „Interbanken-Gebühr ist eine Einnahmequelle für Banken und Kartenanbieter, verhindert aber, dass neue Marktteilnehmer preiswertere Lösungen und mehr Sicherheit anbieten“. Eine Begrenzung der Gebühren werde Innovation und Wettbewerb fördern. Die Kommission will sobald wie möglich den grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr entlasten, zwei Jahre später den inländischen. Zudem sollen bei Kreditkarten-Betrug die Kunden demnächst nicht mehr €150, sondern nur noch €50 des entstandenen Schadens selbst übernehmen
trading Plastikgeld-Firmen wie die marktbeherrschenden Visa und Mastercard drohen für alle genannten Konzepte mit höheren Jahres-Gebühren für die Inhaber der Kreditkarten. Die EU-Kommission setzt hingegen auf den Markt als Regulativ: Banken konkurrieren mit transparenten Jahresbeiträgen, wenn sie den Kunden eine Karte anbieten. Neben der Preissenkung will die EU-Kommission auch mehr Sicherheit bei Onlinekäufen schaffen, etwa indem Anbieter von Zahlungsdiensten stärker kontrolliert werden. Portugiesische Verbraucherschützer begrüßen die Pläne, auch Portugals EU-Politiker wollen die Initiativen der Kommission unterstützen.