Beschlossen und verkündet

Vor fünf Tagen war er zurückgetreten vom Amt des Außenministers und hatte betont, die Entscheidung sei „unwiderruflich“. Nun ist Paulo Portas, Vorsitzender der kleinen Koalitionspartei CDS-PP wieder da, mit mehr Macht und mehr Befugnissen als je zuvor und Beobachter der Karriere Portas' bekräftigen, dies allein sei das Ziel des politischen Rechtsauslegers gewesen, der als Machtmensch und harter Stratege bekannt ist. Portas betont, sein Rücktritt sei tatsächlich unwiderruflich gewesen, denn er kehre schließlich nicht ins Außenamt zurück. Stattdessen bekleidet er den bisher nicht eigenständigen Posten des Vize-Regierungschefs und wird sich, als Minister ohne Ressort, insbesondere um die Wirtschafts-Politik kümmern. Das verschafft ihm gleichzeitig die Position, die Verhandlungen mit der internationalen Finanzhilfe zu bestimmen. Die Troika wird es von nun an faktisch mit Paulo Portas zu tun haben, nicht mit einer ganzen Regierung oder deren Chef. 
In einer TV-Ansprache gaben Premier Pedro Passos Coelho und Paulo Portas die Personalien heute Abend als „Beginn eines neuen Zyklus“ bekannt. Portas wirkte an der umfangreichen Umbildung des Kabinetts federführend mit:
Das Wirtschafts-Ressort wird aus den Händen des partei- und glücklosen Universitäts-Professors Álvaro Santos Pereira an António Pires de Lima übergeben, gleichfalls Ökonom und Parteifreund von Paulo Portas. Ministerin Assunção Cristas (CDS-PP) behält vom Ressort für Landwirtschaft und Umwelt nur den ersten Amtsbereich; als Umweltminister kommt Jorge Moreira da Silva hinzu. Er ist Vizechef der regierenden Sozialdemokraten und als Ingenieur Fachmann für Energie und Klimapolitik. Paulo Portas' Nachfolge im Außenministerium tritt Nuno Brito an, bisher Portugals Botschafter in den USA. Maria Luís Albuquerque, bereits nach dem Rücktritt von Vítor Gaspar zu Wochenanfang als neue Finanzministerin benannt, vervollständigt die Riege der Neuen. 
Da scheint es nur noch eine Randnotiz, dass Staatschef Aníbal Cavaco Silva für den Beginn der kommenden Woche Besprechungen mit allen Parlaments-Parteien angesetzt hatte, um diesen ihm vorliegenden Kompromiss zwischen Portas und Passos Coelho sowie die Weiterführung einer Regierung ohne Neuwahlen zu besprechen. Nun muss der Staats-Präsident das bereits Verkündete nur noch abnicken.
So sehen Karikaturisten die Ereignisse dieser Woche:
Als Good Fellas treten die Regierungsspitzen Passos Coelho und Portas, sowie 

Staatschef Cavaco Silva auf.
Der zurückgetretene Finanzminister Vítor Gaspar spielt in dem mafiösen Plot 

die Rolle der Leiche.
Dann unterbreitet Portas dem Regierungschef Passos Coelho ein 

"unwiederstehliches Angebot",
um die Regierung zu erhalten und schließlich tanzt er auf Passos Coelhos

politischem Grab.
(Fotomontagen: Wehavecaosinthegarden)