Post-Wert-Zeichen
 Das Postamt in Praia da Rocha (1930 - 2013):
Gebäude mit Anspruch auf Denkmalschutz
Seit 2008 schlossen in Portugal 284 Postämter. Der seit Jahren bestehende Plan zur Privatisierung der portugiesischen Post CTT ('Correios, Telégrafos e Telefones'), einer der größten Arbeitgeber im Land mit 13.000 Mitarbeitern, erregte bisher wenig Aufmerksamkeit. Nun wurden in wenigen Wochen noch einmal 124 Postämter geschlossen, in Stadtvierteln ebenso wie auf entlegenen Dörfern und nun spürt die Bevölkerung den Verlust des Dienstleisters auf schmerzhafte Weise. Bürgermeister protestieren gegen die Minderung infrastruktureller Qualitäten ihrer Gemeinden. Tourismus-Betriebe fürchten um die Attraktivität der Urlaubsziele, denn auch in Ferienorten wie Ferragudo und Praia da Rocha bleibt das Postamt zu. Als Ausgleich eröffnen 78 Briefannahme-Stellen mit deutlich reduziertem Service, untergebracht in Geschäften oder Büros. CTT betont dabei, die Schließung habe nichts mit der angestrebten Privatisierung zu tun, sondern sei eine nun abgeschlossene Restrukturierungs aufgrund gesunkener Nachfrage nach Post-Dienstleistungen: So nähmen beispielsweise Internet-Käufe (auch bei internationalen Anbietern) deutlich zu und die Lieferanten von Kleidung, Büchern, Elektronik und vielem mehr nutzten private Paketdienste
Der Staatsbetrieb CTT unterhält nur noch 624 der gegenwärtig 2.478 Postämter in Portugal, die übrigen werden von Dritt-Dienstleistern betrieben und verwaltet. So bieten Schreibwaren-, Lebensmittel- oder Haushaltswaren-Geschäfte und viele Cafés bereits einen reduzierten Post-Dienst in ihren Räumen. Weitere achtundert Dienststellen wurden in Gemeinde-Vertretungen (Junta de Freguesia) ausgelagert. 
Neben dem Verlust der Postschalter gibt es an manchen Orten noch weitere Sorgen: Die Post in Praia da Rocha existiert seit 1930 und wird nun geschlossen, da sie nicht mehr rentabel sei. Anwohner vermuten allerdings, es gehe vielmehr um den Verkauf des Grundstücks und den Bau eines lukrativen, mehrstöckigen Hauses mit Ferienwohnungen. Die sozialdemokratische Jugend-Organisation JSP fordert, das Posthaus unter Denkmalschutz zu stellen; es ist eines der letzten Gebäude im einst charakteristischen Stil des traditionellen Urlaubsortes.