Neuerungen in der Justiz
Parlament und Regierung haben Schritte zur Reform einzelner Bereiche der Justiz unternommen. Ab 2013 soll eine Kommission aus Politikern und Rechtsgelehrten die geltenden Gesetze auf mögliche Vereinfachung untersuchen. Alle Parteien im Parlament sind sich einig, dass „mehr Praxisnähe der Verwaltung, der Wirtschaft und den Gerichten zugute kommt“. Die Kommission soll sich zunächst an Beschwerden und Anmerkungen von Richtern orientieren, die oft beklagen, die Politik mache die Gesetze und lasse die Justiz dann mit Auslegung und Anwendung allein. Parlaments-Präsidentin Assunção Esteves will künftig weitere Kommissionen einsetzen, um gesellschaftlich wichtige Themen von Experten beraten zu lassen, dazu gehören das Strafrecht, Arbeit und Erwerbstätigkeit und die soziale Verantwortung von Unternehmen. 
Ein anderes Projekt der Regierung rief dagegen ein geteiltes Echo hervor: Der Beschluss, ein Gericht zu schaffen, dessen alleinige Aufgabe es sein wird, sich um Fälle von Korruption zu kümmern, wird zwar durchweg begrüßt. Umstritten ist allerdings der geplante Standort in Santarém. Der Wirtschafts-Jurist João Paulo Teixeira de Matos meint, „wenn es ein Gericht gibt, dass unbedingt nach Lissabon gehört, dann dieses“, da sowohl das Kartellamt (Autoridade da Concorrência), als auch die meisten Juristen und Wirtschafts-Sachverständigen in der Hauptstadt tätig seien. Zudem besage der Beschluss für die Schaffung der Instanz, sie solle „Effizienz erhöhen und Justiz-Kosten senken“. Die Platzierung einer Justiz-Kammer für Fragen geistigen und künstlerischen Eigentums in Santarém wurde verworfen, daran hätte jetzt auch gedacht werden sollen, so Teixeira de Matos. Andere Juristen fragen, ob nun die Richter des Handelsgerichts nach Santarém pendeln oder gar umziehen sollen oder ob neue Richter ernannt werden, die dann allerdings nicht die Erfahrung derer mitbrächten, die seit Jahren Wirtschaft- und Handelsrechtsfälle bearbeiten. Sie kritisieren außerdem, dass sich das neue Gericht gleichzeitig mit Fragen der Wirtschafts-Aufsicht und der -Regulierung befassen soll. Dies seien andere Bereiche, die die vorgesehene Arbeit des neuen Gerichts erschwerten.
Späte Enthüllung 
Vor fast genau einhundert Jahren wurde die Titanic in Dienst gestellt. Bekanntlich ging das zu jener Zeit größte Schiff der Welt vierzehn Tage später, am 14.April 1912, nach einer Kollision mit einem Eisberg unter. Seither ranken sich Mythen und Geschichten um das Schiff, seine Passagiere und seine Fracht. Nun wurde bekannt, dass das portugiesische Segelschiff Trombetas sechs Wochen später auf dem Weg zu Kabeljau-Fanggründen in der Nähe der Unglücksstelle vorbeifuhr und zahlreiche Gegenstände in den Fluten treiben sah. Der Kapitän der Trombetas, João Francisco Grilo aus Ílhavo, ließ das edle Treibgut bergen – darunter ein elegantes Möbelstück. In der Truhe befand sich Besteck aus Silber, das die spätere Zuordnung zum Speisesaal der Titanic ermöglichte – die Prägung des Londoner Juweliers Elkington, der das Besteck der Titanic angefertigt und mit dem Symbol der White Star Line versehen hatte. 
Nach der Rückkehr vom Fischfang übergab Kapitän Grilo den Fund dem Reeder der Trombetas, doch den interessierte weder das Möbelstück, noch dessen Inhalt und er überließ alles den Fischern. Die teilten den feudalen Fang unter sich auf, jeder nahm seinen Teil mit nach Hause, wo die historische Ware von Generation zu Generation weiter gereicht wurde und bis heute das bestgehütete Geheimnis einiger Familien der Gegend geblieben ist. Jetzt offenbarte die ehemalige Direktorin des Museu Marítimo de Ílhavo, Ana Maria Lopes, die Geschichte in ihrem Blog Marintimidades. Lopes ist nicht nur aus beruflichen Gründen an der Historie beteiligt:
Dabeisein ist alles 
Die Präsidenten der portugiesischen Erst- und Zweitliga-Klubs befürworten eine Erweiterung der Ligen um jeweils zwei Vereine: So sollen in der ersten, nach den Sponsoren „Liga Zon Sagres“ genannten Fußball-Division ab kommender Saison 18 statt bisher 16 Klubs um den Meistertitel spielen. Dazu sollen am Ende der laufenden Saison im Mai die Kandidaten auf den Abstiegsplätzen in den Ligen verbleiben, statt herabgestuft zu werden. Kleine, finanzschwache Vereine stimmten für die neue Aufstellung, denn sie hoffen auf Mehreinnahmen, wenn Klubs in Erstliga-Spielen mehr Aufmerksamkeit erzielen. Viele dieser Vereine konnten wiederholt die Gehälter nicht zahlen. Die Erstligisten Sporting Lissabon und Nacional da Madeira haben bereits Einspruch angekündigt, auch der FC Porto und Benfica Lissabon sind gegen die Erweiterung; der Nichtabstiegs-Stopp sei rechtswidrig: Um eine Änderung der Klassifizierung in einer laufenden Saison herbeizuführen, sei ein einstimmiges Votum aller beteiligten Klubs notwendig – die Entscheidung fiel aber mit 31 zu 15 Stimmen bei zwei Enthaltungen. Die Pläne verstoßen auch gegen Regeln der FIFA, die den Auf- und Abstieg von Vereinen prinzipiell aus sportlichen Gründen vorsieht. Erst 2006 war die Zahl der Klubs in der ersten Liga verringert worden.
Portugals Liga-Präsident Mário Figueiredo regte als Vorschlag zur Güte ein Mini-Turnier der beiden Letztplatzierten der ersten Liga und des Dritten und Vierten der zweiten Liga an, um die Zusammensetzung für die neue Saison zu bestimmen, kam damit aber nicht durch. Der frühere Sport-Staatssekretär Laurentino Dias sieht durch den Beschluss „die internationale Glaubwürdigkeit des portugiesischen Fußballs gefährdet“.
Das Ende vom Lied 
 Chöre pflegen seit Jahrhunderten die Tradition
Ein Streit und einen regionalen Musikstil verstimmt Kulturschaffende im Alentejo. Der Cante Alentejano, ein polyphoner Gesang ohne instrumentale Begleitung mit kurzen Versen über kleine Alltags-Ereignisse, soll der UNESCO zur Anerkennung als immaterielles Kultur-Erbe vorgestellt werden. Der Plan reift seit einigen Jahren und die Einordnung des Fado in das Welt-Kulturerbe hatte die Euphorie im Alentejo gesteigert; schließlich gehört der seit dem frühen Mittelalter gepflegte Cante Alentejano zu den ältesten Musikstilen überhaupt. 
 Liederbuch von 1938
Als Wiege des Cante Alentejano gilt die Stadt Serpa: Im 15.Jahrhundert gab es in Évora klassische Polyphonie-Schulen, die besonders von Mönchen aus dem nordöstlich gelegenen Convento de São Paulo bei Redondo besucht wurden. Die Mönche gingen später im Auftrag der Kirche nach Serpa, wo sie einen weiteren Konvent gründeten, sowie einige Gesangs-Schulen, in denen, so nehmen Ethnographen heute an, der Cante Alentejano entstand. Die Confraria do Cante Alentejano, die Bruderschaft der Sänger, hat mit Unterstützung eines anderen Hüters musikalischer Folklore-Traditionen, der Associação MODA, sowie der Casa do Alentejo, die als Botschaft der Region in Lissabon fungiert, historische Aufzeichnungen aus Dörfern und Städten sorgfältig recherchiert, die an die Wurzeln des Liedgutes führen. Dann wurde ein Liederbuch zusammengestellt. 
KURZ  GEMELDET
Haus- und Grundbesitzer-Verbände in Portugal befürchten Verzerrungen bei der anstehenden Feststellung der Verkehrs-Werte von Immobilien, die vor 2004 eingestuft wurden. Grund ist eine Beschwerde der staatlich bestellten Gutachter, die ihre Arbeit ruhen lassen, da das Finanz-Ministerium das Verfahren kurzfristig geändert hat: Bis Jahresende sollen rund fünf Millionen Häuser neu bewertet werden, so die neue Weisung; zuvor war die Inspektion von sieben Millionen Immobilien vorgesehen, allerdings in einem Zeitraum von zehn Jahren. Unter solchen Bedingungen sei eine zuverlässige Bewertung nicht sichergestellt; die Verbände warnen deshalb vor „zweifelhaften Steuer-Bescheiden zur Kommunal-Abgabe IMI (Imposto Municipal sobre Imóveis) ab 2013, die ohne Garantie für ihre Richtigkeit“ nur dazu da seien, die finanziellen Ziele der Regierung zu erfüllen und zuvor festgelegte Einnahmen zu sichern. 
Die Kriminalpolizei hat in der Fahndungs-Operation 'Relax' sechs Monate lang portugiesische und ausländische Pharma-Unternehmen auf Herz und Nieren geprüft und umfangreiches Material sichergestellt. Vorwurf: Betrug, Sabotage und Informatik-Missbrauch und grenzübergreifender Adressen-Handel. Mindestens ein pharmazeutischer Betrieb soll sich illegal Zugang zu einem Inventur-Programm verschafft und die Verkaufsdetails von 250 Apotheken ausspioniert haben, um mit dem erlangten Wissen in Verhandlungen über Medikamenten-Lieferungen Vorteile gegenüber Mitbewerbern zu erlangen. 
Lissabon und Madeira sind die einzigen Regionen Portugals, deren Bewohner durchschnittlich über eine Kaufkraft verfügen, die über dem EU-Mittelwert liegt. Auch beim Brutto-Inlandsprodukt (BIP) liegen beide über dem EU-Schnitt (110% bzw. 103%). Die Region Algarve hat dagegen mehr als alle anderen Teile des Landes an Kaufkraft verloren und ist auch beim BIP auf 86% des EU-Mittelwertes gefallen. Innerhalb Portugals ist die Region zwar weiterhin überdurchschnittlich reich, doch schrumpft auch hier der Vorsprung. Der regionale Städtetag erklärt dies mit stagnierendem Tourismus und Auftrags-Ausfällen in der Baubranche. Bezüglich der EU-Fördergelder für regional relevante Projekte (QREN) fordert der Verband, die Finanzierungsphase 2014-2020 auf regionalspezifische Investitionen zu konzentrieren: Landwirtschaft, Fischerei, verarbeitende Kleinindustrie und Technologie könnten Menschen langfristig in der Region beschäftigen und Perspektiven schaffen.
 FOTO: Presseamt Portimão 
Neue Wege 
Zwei Projekte mit dem Ziel, die Region Algarve auch nicht-motorisiert kennen zu lernen, nehmen Gestalt an. Portimão und Lagoa stellen heute die neue Teilstrecke der Ecovia do Litoral vor, der die beiden Städte an den Radweg anschließt, der vom Cabo de São Vicente im Westen bis an die spanische Grenze an der Guadiana-Mündung reicht.
Kilometer Null am
Cabo de S. Vicente:
Ecovia trifft EuroVelo
Die 240 Kilometer lange Radler-Route ist gleichzeitig Teil eines größeren Projektes des Europäischen Radfahrer-Verbandes. Dessen EuroVelo-Strecke führt kreuz und quer über den Kontinent vom irischen Galway nach Moskau, vom Nordkap bis Sagres. Das Netz soll einmal 80.000 Kilometer Radwege umfassen, derzeit ist knapp die Hälfte ausgebaut. Im Algarve geht es erst mal um weitere 28 Kilometer der Ecovia Litoral – von Alvor nördlich an Portimão vorbei über die alte Arade-Brücke und durch Ferragudo. 
Ebenfalls angekündigt ist ein Radweg über zehn Kilometer, der den Praia de Faro mit der Algarve-Hauptstadt verbinden und bis zum Teatro das Figuras im Westen der Stadt führen soll – allerdings frühestens 2014; gerade wurde der Bau der Verkehrs-Ader öffentlich ausgeschrieben. Der Stadtrat von Faro versichert, die Finanzierung des Projektes sei gesichert. Der Strand von Faro wird demnächst in der Hochsaison für private Pkw gesperrt und so können sich Badegäste auf der Faro vorgelagerten Insel per Rad fortbewegen. Die im Bau befindliche neue Brücke auf die Insel soll im Juni fertig werden und verfügt bereits über Radwege. Später soll auch diese Strecke mit der Ecovia verbunden werden, für Radfahrer und für Wanderer.
Studienobjekt Kork
Ökologie und Ökonomie am Douro
FOTO: pacecork.blogspot.com
„Es besteht eine Verbindung zwischen der Flasche Wein auf dem Restaurant-Tisch und dem Schicksal vom Wäldern, die der Lebensraum für wild lebende Tiere und die Existenz-Grundlage für 100.000 Menschen in Südeuropa und Nordafrika sind – die Verbindung ist der Kork.“ So stellt eine Gruppe von Studenten der privaten New Yorker Pace University sich selbst und ihr Projekt vor: Sie sind am Wochenende nach Portugal gekommen, um einen Dokumentar-Film über Kork zu drehen: Seine Natur und wirtschaftliche Bedeutung (die ersten Gesetze, den Kork betreffend, wurden in Portugal im Jahr 1209 verfasst) und die Menschen hinter dem Produkt. Ein Blog, der wie der Film den Titel „Battle Behind the Bottle“ (Kampf hinter der Flasche) trägt, dokumentiert in Wort, Bild und Ton die tägliche Arbeit der Gruppe, die derzeit im Norden Portugals unterwegs ist und heute Aufnahmen und Interviews auf dem Weingut Quinta Nova gemacht hat. Damit beginnen die Studenten dort, wo sich Korkproduktion und Weinproduktion berühren und ökologische, wie ökonomische Fragen entstehen. Der einwöchige Studien- und Dreh-Aufenthalt führt sie auch nach Coruche und Lissabon. 
Nach Filmemacher-Kursen an der Hochschule und Recherchen über das Naturprodukt Kork und das Wein- und Kork-Anbauland Portugal orientieren sich die Studenten inhaltlich an Beiträgen, die US-Leser über Portugals edle Tropfen kennen. Zur Vorbereitung auf den Norden gehört ein kürzlich erschienener Artikel des anerkannten Weinkritikers und Journalisten Eric Asimov in der New York Times. Vor der Reise haben die Nachwuchs-Regisseure ihre eigenen Urteile und Vorurteile daüber diskutiert, wie und womit Weinflaschen verschlossen werden; „eine lebhafte Debatte“, schreiben sie im Blog und erklären, sie „warten sehnlichst darauf, dass „Weintrinker uns mitteilen, was sie von Kork und den Alternativen dazu halten“. Wenn der Film fertig ist, soll der Blog weiter bestehen und als Plattform für diejenigen fungieren, die sich für alle Facetten des Weines interessieren, den sie trinken.
„Nachtzug nach Lissabon“ - der Film 
Der englische Schauspieler und Oscar-Preisträger Jeremy Irons übernimmt die Hauptrolle des Lateinlehrers Raimund Gregorius in der Verfilmung von Pascal Merciers Roman „Nachtzug nach Lissabon“. Die Dreharbeiten zu der deutsch-schweizerischen Ko-Produktion haben soeben begonnen, ab dem 19.März wird in Lissabon gedreht. Regie führt der Däne Bille August, der 1993 mit Jeremy Irons den Film „Das Geisterhaus“ drehte; auch Teile dieses Films wurden in Portugal gedreht. Weitere Darsteller sind Charlotte Rampling, Christopher Lee und Bruno Ganz, sowie die portugiesischen Schauspieler Nicolau Breyner, Adriano Luz, Beatriz Batarda und Filipe Vargas. Bereits zur Ankündigung der Verfilmung im vergangenen Jahr hatte der Filmkritiker Nick Martin geschrieben, das Buch lese sich „wie ein Thriller, also könnte der Film ebenso werden“. 
Der Autor der Romanvorlage, der Schweizer Pascal Mercier beschreibt im „Nachtzug nach Lissabon“ eine Reise mit Folgen auf den Spuren eines Dritten: Lehrer Gregorius steht mitten im Unterricht auf und geht fort, um zu erkunden, was er aus einem eher zufällig gelesenen Buch über das Leben des portugiesischen Arztes Amadeu de Prado ansatzweise erfahren hat. Prado lebte als Arzt in der Zeit der portugiesischen Diktatur Salazars in Lissabon. Zwar Gegner des Regimes, schloss er sich dem Widerstand erst an, nachdem er sich als Arzt verpflichtet gefühlt hatte, einen für seine Foltermethoden berüchtigten „Schlächter von Lissabon“ nach einem Herzanfall zu behandeln. Die Entscheidung prägte sein weiteres Leben: Denn von dem Augenblick an versucht der Mediziner, für sich selbst die Frage zu klären, ob „der beste Weg, sich zu vergewissern, darin bestand, einen anderen kennen und verstehen zu lernen?
Gewinner und Verlierer 
Seit der Einführung von Gebühren auf allen portugiesischen Autobahnen Ende 2011 verbucht der Betreiber des elektronischen Abrechnungs-Systems Via Verde einen Verkaufs-Anstieg vom achtzig Prozent bei den Mautlese-Geräten. Der Chip an der Windschutzscheibe (gemietet oder gekauft) ist das übliche Instrument zur Registrierung der gefahrenen Kilometer. Seit auch die zuvor gebührenfreien Autobahnen A22, A23, A24 und A25 der Mautpflicht unterliegen, zählt Via Verde einen Kunden-Zuwachs von siebzehn Prozent auf nun insgesamt über drei Millionen. 
Andererseits versuchen immer mehr Autofahrer, ohne Schnellweg-Benutzung an ihr Ziel zu gelangen und Transport-Fahrer berichten, ihre Chefs hätten angeordnet, sie sollten so weit wie möglich Landstraßen befahren und die Autobahnen meiden. Cepsa, Galp und Repsol, die drei Brennstoff-Firmen, die die meisten Tankstellen an den Autobahnen des Landes betreiben, haben dort in den vergangenen drei Monaten bis zu sechzig Prozent weniger Kraftstoff verkauft. 
Die Maut-Einführung bescherte auch den Raststätten entlang der Autobahnen herbe Einnahmen-Rückgänge. „Restaurant und Auto-Waschanlage sind wie leergefegt“, staunt ein Kraftfahrer, der bei Silves im Algarve für einen Kaffee an der Servicestation anhielt. Redakteure der Nachrichten-Agentur Lusa saßen an einem Werktag zwei Stunden lang in der Raststätte Olhão und zählten in dieser Zeit weniger als ein Dutzend Kunden im Restaurant und einen an der Tankstelle. Der kam aus Spanien, war unangenehm überrascht vom deutlichen Preisunterschied für Benzin in Spanien und Portugal von in seinem Fall elf Cent pro Liter und tankte deshalb nur so viel, wie er unbedingt brauchte. Er besaß auch keinen Maut-Chip und hofft, der Strafzettel werde ihn in Spanien nicht erreichen. 
Die Einnahmen aus der Maut zur Konsolidierung des Staats-Haushalts, wie von der Troika vorgegeben, kommen nicht zusammen, das Gegenteil zeichnet sich ab: Der Staat hat mit den Autobahn-Konzessionären ein Mindest-Verkehrsaufkommen vertraglich vereinbart. Werden die nicht erreicht, so muss der Staat die Ausfälle kompensieren.
Der Weg zum Arzt 
Kürzungen im Gesundheitswesen, höhere Praxisgebühren und eine neue Kostentabelle für klinische und Labor-Untersuchungen seit Jahresbeginn haben bereits nach wenigen Wochen deutliche Auswirkungen gezeigt. Allein im Januar versorgten die Kliniken im ganzen Land 58.000 Notfälle weniger als im Januar des Vorjahres. Außerdem ging die Zahl der OPs um 1.190 zurück. Die Zahlen veröffentlichte jetzt die Zentralverwaltung des staatichen Gesundheits-Systems. Der Weg in die Notaufnahme der großen Zentral-Krankenhäuser, die vielen Kranken als Alternative zum Hausarzt gilt, kostet nun zwanzig Euro. Kommen spezifische Untersuchungen dazu, kann sich die Summe bis auf fünfzig Euro erhöhen. Höheren Zulauf im Februar erklären Beobachter mit einer regional aufgetretenen, starken Grippewelle; die Tendenz, an der Gesundheit zu sparen, halte an. Das zeigt sich noch deutlicher bei den Polikliniken: Im Landesdurchschnitt erschienen dort vierzig Prozent weniger als im Januar 2011 (die Praxisgebühr beträgt dort zehn Euro). Der Mittelwert verhüllt die Spitzenwerte: Im Alentejo gingen nicht einmal mehr halb so viele Menschen zu Arzt. 
Nun streiten Mediziner und Politiker darüber, ob die Menschen „rationaler mit dem Arztbesuch umgehen“ oder ob die Zahl der medizinisch Versorgungs-Bedürftigen zwar nicht schrumpft, angesichts der Kostenfrage aber die Gesundheit dem häuslichen Rotstift geopfert werde. Dafür spricht, dass die Schließung vieler Polikliniken im Verlauf der beiden vergangenen Jahre keinen vermehrten Patienten-Zustrom zu den verbliebenen Einrichtungen bewirkte. Die unregelmäßige klinische Versorgung sei trotz vermehrter Mediziner-Importe aus anderen Ländern nicht annähernd behoben: Im Ballungsgebiet von Lissabon und im Algarve warten noch immer 25 – 30 Prozent der Versicherten auf die Zuteilung eines Hausarztes; sie müssen im Bedarfsfall in den Polikliniken warten, bis ein anderer Arzt eine freie Sprechstunde hat. Die Tages-Zeitung Público merkt dazu an, es gebe nicht nur „Kranke, die zu Hause bleiben“: Sprechstunden bei Psychologen und Psychiatern wurden seit Jahresbeginn bis zu sechs Mal häufiger angefragt als noch 2011.
Rücklagen 
Neunzig Prozent des Sparvermögens in Portugals Banken wurden von zwanzig Prozent der Familien zusammengetragen. In kaum einem Land befindet sich das Gesparte in so ungleichen Besitz-Verhältnissen. Hinzu kommt das schwindend geringe Gesamtvolumen angesparten Vermögens: Im Jahr 1985 entsprach die Sparmenge 24 Prozent der verfügbaren Einkommens, seit Ende der 1990er Jahre sind dies nur noch zehn Prozent. Der Verband der Versicherer (Associação Portuguesa de Seguradores) hat eine Untersuchung durchgeführt, die gleichzeitig ergab: Drei von zehn Familien geben mehr aus als sie einnehmen. Bei der Verteilung ihres Einkommens seien Portugals Verbraucher eher bereit, weniger zu sparen als den Konsum zu senken
Die Autoren der Studie erklären, es gebe einen Zusammenhang zwischen Finanzkrise und Sparverhalten – alle Länder mit hohen Staatsschulden verzeichnen demzufolge niedrige und weiter deutlich rückläufige private Rücklagen. Es müsse eine „echte Erziehung der Bevölkerung zum Verständnis des Sparens“ erfolgen. Spargroschen auf der Bank verschaffen Geldinstituten Spielraum für Investitionen, etwa zur Förderung des Exports. Es sei wünschenswert, wenn die Politik jede Entscheidung auch unter dem Gesichtspunkt treffe, welche Auswirkungen sie auf das Sparverhalten habe. Die Autoren prognostizieren zwar einen leichten Anstieg des Sparvolumens in den kommenden Jahren, weil Kürzungen im Gesundheitswesen und in der Familienpolitik, sowie erschwerte Kreditbedingungen die Menschen an die Notwendigkeit von finanziellen Reserven für Notfälle erinnerten. Doch sei dies der falsche Anreiz. Zur Bewusstseins-Bildung müsse der Staat Programme fördern, die zum Sparen anregen, statt Sparen unattraktiv zu gestalten und potenzielle Sparer durch Streichung von Boni und Freibeträgen abzuschrecken.
 FOTOS: Jornal de Notícias
Algarve-Szenen
Die Ruhe in der Serra sei das Rezept für Langlebigkeit, erklärte Maria Marques einem portugiesischen Fernseh-Team. Die Hundertjährige und ihre gleichfalls betagten Nachbarn ziehen nach Generationen der Abgeschiedenheit nun die Aufmerksamkeit der Medien auf sich, seit ihre kleine Siedlung offiziell zum abgelegensten bewohnten Flecken Portugals ernannt wurde; die Bewohner haben gleichzeitig das höchste durchschnittliche Lebensalter aller Gemeinden. Die Daten entstammen dem so genannten Altenzensus, in dessen Rahmen die Nationalgarde GNR seit 2011 in ihren Bezirken systematisch die Versorgung alter Menschen prüft. Ein Filmbeitrag in den Nachrichten lässt viele Zuschauer fürchten, die Alten in der nicht näher beschriebenen „Ortschaft zwischen Portimão und dem Autódromo Internacional“ könnten nun Ziel von Überfällen werden. In anderen Zuschriften heißt es, in der Gegend gebe es „Hunderte Weiler, von denen keiner etwas weiß“
Im Sommer machen ein paar Engländer in der Nähe Ferien, aber jeder lebe für sich, sagt der 85-jährige Jaime Campos. Die meisten Menschen in der Siedlung haben nie den Strand gesehen und kennen die regionalen Ferien-Anlagen nur aus dem Fernsehen. Denn das haben alle sehen besonders aufmerksam die TV-Nachrichten. Dort „reden alle nur von der Krise“, die das Leben in der Serra nicht berührt: „Wir haben hier immer von dem gelebt, was die Erde uns gibt und sie gibt uns alles“. Niemand könne sich vorstellen, wegzuziehen, auch wenn der Alltag immer schwieriger zu bewältigen ist. „Ich kümmere mich noch alleine um meine Hühner“, erklärt die Hundertjährige Maria Marques. Sie habe „noch nie im Leben etwas anderes als Wasser getrunken. Was da in der Stadt in den Supermärkten verkauft wird, taugt nichts“. 
So ähnlich denkt sie auch über die Leute in der Stadt, die „nur einen bequemen Arbeitsplatz im Büro wollen. Und davon gibt es nicht genug“, die Serra hingegen könnte alle ernähren, meinen die Alten. Soledade Silva (76) weiß, dass Berichte über die Region Algarve im Allgemeinen nicht mit dieser Art, zu leben, in Einklang stehen. Doch sie sieht sich und ihre Nachbarn als das Typischste des Algarve, „was sollten wir den sonst sein?“
Nachlese
PERSPEKTIVE PORTUGAL berichtete vor einem Monat über die Job-Offensive der Stadt Schwäbisch Hall, die 2.700 Arbeitsplätze in unterschiedlichen Bereichen ausschrieb und sich dabei vornehmlich an gut ausgebildete Arbeitskräfte in Europas Krisenländern wandte. Aus Portugal war ein Korrespondent der Zeitung Diário Económico auf Einladung nach Hall gereist. Er legte seinen Landsleuten sehr ausführlich die Inhalte einer möglichen wirtschaftlichen Emigration dar. Die Arbeitgeber und das Arbeitsamt in Schwäbisch Hall erhielten zahlreiche Bewerbungen aus verschiedenen Ländern, doch nirgendwo war die Resonanz so gewaltig wie in Portugal. Deutsche Zeitungen berichten über das Phänomen; hier sei auf den Beitrag von Rüdiger Bäßler für die Wochenzeitung "Die Zeit" hingewiesen (Link hier), der auf die Schattenseiten der geweckten Hoffnungen hinweist. Und die "Welt Online"-Redakteurin Freia Peters berichtet von einem, der auszog, sein Glück zu versuchen (Link hier).
Lichtspiel-Geschichten
Das portugiesische Nationalarchiv Torre do Tombo bewahrt seit dem Jahr 1378 Urkunden mit politischer, historischer oder kultureller Bedeutung für das Land auf. Das älteste Papier ist über 1.200 Jahre alt, die dramatischsten Urkunden sind wohl die über 35.000 Akten der Inquisition. Neueren Datums sind staatliche Verträge und seit 2006 die Bildersammlung des Centro Português de Fotografia. Nun soll eine ähnliche Einrichtung die Schätze der portugiesischen Kino-Geschichte an einem Ort vereinen und bewahren. Kultur-Staatssekretär Francisco José Viegas spricht von „einer Art Torre do Tombo des Films“. Zu dieser Sammlung wird der Fundus der Tobis gehören, Portugals älteste Filmproduktions-Firma, die 1932 nach dem Vorbild und mit der Technik der deutschen Tobis-Klangfilm entstand. Die portugiesische Tobis-Sammlung erzählt 78 Jahre nationale Filmgeschichte und ist ein staatlich geschütztes Kultur-Denkmal. Die Produktions-Firma selbst wurde Ende Februar für 3,78 Millionen Euro verkauft. Der neue Besitzer heißt „Filmdrehtsich“ und wurde einzig und allein zum Zweck des Tobis-Kaufs von angolanischen Investoren gegründet. 
Staatssekretär Viegas betonte, der Verkauf betreffe nur die technischen Einrichtungen der Firma, jedoch nicht den Filmfundus.
Die Republik der Frauen
Die Geschichte Portugals ist auch die Geschichte der Frauen des Landes. Als das Land sich von der Monarchie zur Republik wandelte, prägten Frauen mit nicht alltäglichen Biografien den Aufbau der neuen Gesellschaft. Sie kämpften für ihre sozialen und wirtschaftlichen Rechte und traten für alle Geschlechts-Genossinnen ein, denn die meisten Frauen-Rechtlerinnen selbst kamen aus begüterten Bildungs-Haushalten. Einige Beispiele: 

Ärztin und Frauenrechtlerin
Carolina Beatriz Ângelo (1877 – 1911) aus dem nordportugiesischen Guarda – Portugals erste weibliche Chirurgin. Als Aktivistin der Liga Republicana das Mulheres Portuguesas lebte sie so, wie es erst viel später Alltags-Normalität wurde: Sie war alleinerziehende Mutter und stritt für die Legalisierung von Ehescheidungen. Die Verbindung von Intellekt, Familie, Beruf und politischen Kampfgeist machte sie im Portugal zu Beginn des 20. Jahrhunderts zu einer außergewöhnlichen Figur. In die Annalen der Politik ging sie außerdem als die erste Frau ein, die ihr politisches Stimmrecht geltend machte. In den Gesetzen des Landes gab es weder ein Verbot, noch eine ausdrücklich Genehmigung der Teilnahme von Frauen an politischen Wahlen; Carolina Ângelo nutzte die Gesetzeslücke und kämpfte erfolgreich um ihre Eintragung in die Liste der Wahlberechtigten. Mit der Wählernummer 2.513 des Lissabonner Bezirks São Jorge de Arroios stimmte sie am 28. Mai 1911 beim Urnengang zur verfassung-gebenden National-Versammlung ab. Obgleich Carolina Ângelo mit ihrem Erfolg in ganz Europa Schlagzeilen machte, bestimmte das von ihr mitgewählte Parlament 1913, dass nur Männer wahlberechtigt sein sollten.
Teures findet immer Abnehmer 
Die Region Algarve hat ihren Ruf als bevorzugtes Terrain für Käufer von Luxus-Immobilien verloren. Nach Angaben des auf hochklassige, ausgefallene und entsprechend teure Immobilien spezialisierten Luxus-Maklers Sotheby's Portugal hat die Hauptstadt Lissabon inzwischen diesen Platz erobert. Vor allem in prestige-reichen Stadtteilen wie Campo de Ourique, Príncipe Real und Chiado seien die Objekte langfristig inflations-resistent. Wer eine Luxus-Immobilie als Kapital-Anlage suche, orientiere sich dort; an zweiter Stelle der begehrten Orte folgen Estoril und Cascais, so Sotheby's-Generaldirektor Tiago Queiroga. Sotheby's selbst profitiert von dem Boom, verfügt inzwischen über fünf Büros in Portugal und verkauft Häuser und Wohnungen in Lissabon für rund fünftausend Euro pro Quadratmeter. In der Hauptstadt sind die Wohngegenden gekennzeichnet durch „Viertel, in denen unzählige 'Zu Verkaufen'-Schilder hängen und andere Viertel, in denen eine angebotene Immobilie praktisch über Nacht Käufer findet. Die Kunden sähen oft ein Objekt und „verlieben sich, aber dennoch wird hart verhandelt, denn das rationale Element am Kauf steht über den emotionalen Momenten, die ein Haus auslösen könnte“. 
Die Kaufwilligen melden sich immer häufiger über das Internet. Ausländische Kunden und Portugiesen halten sich nach Angaben Queirogas in Zentral-Portugal zahlenmäßig etwa die Waage, während die Luxus-Käufer im Algarve fast ausschließlich Ausländer seien. Im Raum Estoril nehme die Zahl der zahlungskräftigen Russen und Angolaner zu. In diesem Segment spielten Fragen der Kredit-Finanzierung praktisch keine Rolle, umgekehrt werde jedes Objekt auf seine Tauglichkeit als Investition geprüft. Sotheby's bietet derzeit etwa 2.300 solcher Immobilien im Gesamt-Wert von 2,7 Milliarden Euro in Portugal an. Im vergangenen Jahr lag der mittlere Verkaufspreis bei 750.000 Euro. Eine ganz besondere Immobilie, ein ganzes Dorf im Alentejo, steht seit November zum Verkauf.
KURZ  GEMELDET
Auf einer Skala von null bis 100 Punkte, die den Index für Gleichstellung von Mann und Frau in Alltag und Wirtschaft darstellt, erreicht Portugal 77 Punkte, so eine Studie des internationalen Netzwerkes Social Watch – ein niedriger Wert, denn als akzeptabel gilt erst eine Punktzahl ab 91. Der europäische Durchschnitt liegt mit 73 Punkten jedoch noch hinter Portugal. Untersucht wurden in 154 Ländern wirtschaftliche Position (Gehälter und Beschäftigung), politische Beteiligung und Vertretung, sowie Bildung und in diesem letzten Kriterium erreicht Portugal 99 Punkte. „Gleichberechtigung und Reichtum eines Landes entwickeln sich nicht immer parallel“, so die Schlussfolgerung. In die gleiche Gruppe wie Portugal fallen unter anderem Frankreich, Estland, Lettland und Litauen. Deutschland kommt auf 80 Punkte. 
Portugal erhält  von der EU rund € 2,8 Mio. zur Förderung gesunder Ernährung in den Schulkantinen. Das Geld gilt in erster Linie dem für das kommende Schuljahr 2012/13 aufgelegte Programm zur kostenlosen Verteilung von frischem Obst an Schulkinder im Alter bis zehn Jahre. Der Zuschuss wurde nicht nur Portugal zugesprochen, sondern 24 EU-Ländern; Großbritannien, Schweden und Finnland wollten an dem Programm nicht teilnehmen. Italien und Deutschland erhalten 22,8% bzw. 13% aus dem €90 Mio.-EU-Obstkorb, Portugals Anteil liegt bei 3%. Die Beträge allein reichen für die Versorgung der Schulkinder nicht aus; jedes Empfängerland muss mindestens die gleiche Summe aus eigenen privaten oder staatlichen Mitteln dazulegen. 
Schlecht isolierte Häuser, Armut und geringe Effizienz des nationalen Gesundheits-System sind laut einer internationalen Untersuchung Gründe dafür, dass in Portugal in diesem Winter mehr Menschen an den Folgen von Unterkühlung starben als in vierzehn anderen Ländern, die im Gegensatz zu Portugal allesamt für kalte Winter bekannt sind. Zwischen Dezember und März wurden in Portugal 28 Prozenz mehr solcher Todesfälle registriert als im Durchschnitt der verglichenen Staaten. Überdurchschnittlich viele Kältetote wurden auch in Spanien, Griechenland, Irland und Großbritannien gezählt. 
40.000 Menschen unterzeichneten eine Online-Petition, in der Staatspräsident Aníbal Cavaco Silva zum Rücktritt aufgefordert wird. Die von einer gerade gegründeten Iniciativa Democrática initiierte und über Facebook verbreitete Eingabe kritisiert eine Reihe von Auftritten und Rede-Beiträgen des Staatschefs „zu Gehältern, Renten und sozialen Prioritäten, die zeigen, dass Cavaco Silva sich zu weit entfernt hat von seinen Landsleuten und deren Lebenssituation nicht mehr erkennt“.
Strahlende Siegerinnen 
FOTO: Eurosport
Deutschlands Fußball-Frauen haben im Finale des Algarve Cup die Weltmeisterinnen aus Japan geschlagen und sich den Titel des prestige-trächtigen Algarve-Turniers 2012 gesichert. In der spannenden Schlussphase fielen drei Tore in drei Minuten, das Spiel drohte zu kippen, doch schließlich siegten die deutschen Sportlerinnen mit 4:3. Die Revanche für das Viertelfinal-Aus bei der Weltmeisterschaft 2011 ist erfolgreich verlaufen. Für die deutschen Frauen ist der heutige Sieg der zweite Gewinn im Algarve-Cup nach 2006.
Alle Ergebnisse:

Spiel um Platz 11
Ungarn – Irland
1 : 2
Spiel um Platz 9
Portugal - China
0 : 1
Spiel um Platz 7
Wales - Norwegen
0 : 3
Spiel um Platz 5
Island - Dänemark
1 : 3
Spiel um Platz 3
Schweden - USA
0 : 4
Finale
Deutschland - Japan
4 : 3
Frauen im Museum 
Zum Internationalen Tag der Frau am 8.März hat das Museu do Oriente einen Erkundungs-Gang durch die Geschichte der Darstellung von Frauen geplant, die im weitesten Sinne mit Asien und mit Europäerinnen zu tun haben, die der Historie ihre Stempel aufgedrückt haben, auch wenn dies wenig bekannt ist. “As mulheres no Museu do Oriente” – Die Frauen im Museum verdienten besondere Beachtung, so die Veranstalter, denn der geschichtliche Bezug, unter anderem im Kontext der Entdeckungen und Eroberungen Portugals (nicht nur in Asien) ist von männlichen Referenzen geprägt. Das Museu do Oriente zeigt: Frauen spielten nicht nur in der Religion, im Haus und bei der Kinder-Erzierhung eine Rolle. In der Kulturstätte an den Lissabonner Docks von Alcântara sind viele Frauen-Gestalten abgebildet – in der Malerei, auf Porzellanen, Tapisserien, als Statuen. Es sind unbekannte Gestalten wie auch Portraits von Frauen, die sich zu ihrer Zeit einen Namen machten – im Leben und in der asiatischen Mythologie. Viele dieser Frauen haben eine eigene Geschichte, die weiter geht als die Darstellung auf den Exponaten im Museum und deshalb rücken am Tag der Frau die Dargestellten ins Zentrum kunsthistorischer Führungen mit Erläuterungen und neuen Erkenntnissen durch das Museum. 
(8.3.; Museu do Oriente, Führungen um 18.30 Uhr und um 19.30 Uhr)
Schuldenfallen
Immer mehr Besitzer kleiner Geschäfte verzichten bei Ladendiebstahl auf eine Anzeige, da das Geld für die damit verbundenen, im Voraus zu leistenden Anwalts- und Gerichts-Kosten den Schaden in der ohnehin schwierigen wirtschaftlichen Situation der Einzelhändler nur vervielfachten. Andere Statistiken belegen weitere Komplikationen im finanziellen Alltag: Etwa 100.000 Personen in Portugal leben mit Lohn- und Gehalts-Pfändungen. Carlos de Matos vom Verband der Gerichtsvollzieher berichtet, seine Landsleute „verschulden sich grenzenlos“ und fänden kaum noch Wege, ihre Zahlungs-Verpflichtungen zu erfüllen. Dies gelte für alle Einkommens-Schichten und Altersgruppen. Nach Angaben von Rechtsbeiständen werden monatlich etwa dreizehn Millionen Euro durch Pfändungen kassiert. Das Gesetz erlaubt eine Pfändung von bis zu einem Drittel des Einkommens. Die Mehrheit der Schuldner schafft die Begleichung aller Außenstände innerhalb von zwei Jahren, doch viele andere haben keine Aussicht, jemals schuldenfrei zu werden. Die meisten Lasten entstehen durch Kredit-Finanzierungen und in Bereich der Telekommunikation. 
Der Gesetzgeber empfiehlt zwar, zuerst Bankkonten und Spar-Einlagen auf pfändbare Werte zu überprüfen, doch bevorzugten die Gerichtsvollzieher den direkten Weg zu Lohn und Gehalt, weil dieser Weg meist leichter sei und raschen Erfolg verspreche, besonders im Fall von Beamten und staatlichen Angestellten. In der Privatwirtschaft führe eine drohende Pfändung meist dazu, dass sich die Schuldner direkt mit den Gläubigern in Verbindung setzen, damit der Arbeitgeber nichts von der prekären Finanzlage seines Mitarbeiters erfährt. Doch immer häufiger stehen die Pfänder vor arbeitslosen Schuldnern und „dann kann man schließlich nur noch den Hausrat mitnehmen, auch wenn der kaum Wert hat“, sagt Carlos de Matos. Wer nichts Pfändbares besitzt, findet seinen Namen auf der Insolvenz-Liste des Justizministeriums. Dort sind derzeit über neuntausend Personen aufgelistet; ihre Schulden betragen in einigen Fällen wenige hundert Euro, in anderen geht es um immense Summen. 
Mittlerweile leiden immer mehr Gerichts-Vollzieher unter ihrem Berufs-Alltag: Sie klagen über psychische Belastung durch Verzweiflungstaten von Schuldnern gegen sich selbst und Angehörige. Andere Kollegen wollen keine Pfändung mehr ohne polizeiliche Begleitung vornehmen, da sie immer häufiger von Schuldnern angegriffen werden.
Kolumbus entdecken 
In diesem Jahr jährt sich die Entdeckung Amerikas zum 520. Mal und Christoph Kolumbus rückt ins Zentrum der Aufmerksamkeit vieler Historiker. Er gilt als italienischer Seefahrer in spanischen Diensten, so steht es in den Geschichts-Büchern. Gleichwohl gibt es in Portugal seit vielen Jahren Theorien, die die Vita des Entdeckers anders protokollieren. Er sei in Portugal geboren oder habe zumindest eine sehr enge Bindung zu dem Land gehabt, sagt die Historikerin Idália Pires. Sie will die übliche Geschichts-Schreibung präzisieren und lädt zur Präsentation der Thesen ein (10. März, Loulé, Arquivo Municipal, 15 Uhr)
Unstrittig ist, dass Kolumbus' Schiffe am 16. August 1476 vor dem Cabo de São Vicente in eine Seeschlacht gerieten und Kolumbus sich an die portugiesische Küste rettete. Aufzeichnungen belegen Lissabon als Wohnort ab 1477 und zumindest bis 1485. Dort lebte sein Bruder Bartolomeu, der als Kartograph für die portugiesische Krone arbeitete. Kolumbus war mit einer portugiesischen Adeligen verheiratet, ihr Sohn wurde auf Madeira geboren. Nachdem Pires im History Channel einen Bericht über Kolumbus gesehen hatte, der „unbestrittene Fakten einfach auslässt“, nahm sich die pensionierte Lehrerin des Themas an. Da Historiker darüber streiten, ob Genua tatsächlich Kolumbus' Geburtsort ist, bekommen Thesen Gewicht, er stamme aus Portugal. Idália Pires erinnert an den portugiesischen Seefahrer João Rodrigues Cabrilho, der in die Dienste der spanischen Krone getreten war und dafür die spanische Staatsangehörigkeit bekam; mit Kolumbus könnte es ebenso gewesen sein“, meint Idália Pires.
Maut-Verwirrspiel 
Der Rat der Stadt Aveiro hatte bei der EU-Kommission formal Beschwerde gegen die Autobahn-Gebühr erhoben, die auf den einst als mautfrei eingerichteten Schnellwegen nun (teils seit Herbst 2010, teils seit dem vergangenen Dezember) erhoben wird. Die Antwort aus Brüssel kam am Freitag und besagt laut der Stadtverwaltung von Aveiro, die Maut-Erhebung „widerspricht der Gesetzeslage in der Gemeinschaft“. Weiter heißt es, die portugiesische Regierung müsse die Mautverordnung ändern, andernfalls drohe eine Klage vor dem Europäischen Gerichtshof
Der auf den ersten Blick klare Entscheid hat allerdings für noch mehr Unsicherheit gesorgt. Denn einerseits waren es nicht nur die gegenwärtige und die vorherige Regierung, die eine knapp zehn Jahre währende Diskussion um die allgemeine Mautpflicht durch die Einführung derselben beendeten. Die EU-Kommission selbst hatte eine Gebührenpflicht für alle portugiesischen Autobahnen gefordert, denn die Maut war von Anfang an Teil der Bedingungen der Troika für das finanzielle Rettungspaket zur Haushalts-Konsolidierung. Sonder-Konditionen, etwa für Bürger im Einzugsbereich der Autobahnen, waren dabei nicht vorgesehen. 
Keine fünf Stunden, nachdem das Presseamt der Stadt Aveiro die Brüsseler Mitteilung veröffentlicht hatte, widersprach deshalb das Wirtschafts-Ministerium: Aveiro habe „geschickt versteckt, dass es in der EU-Stellungnahme um die Sonder-Konditionen für Anwohner geht“. Die EU bemängele „eben gerade den gewährten Rabatt, weil sie das Kriterium des autobahn-nahen Wohnortes nicht anerkennt“. Mit dem Einspruch habe Aveiro nun das Gegenteil dessen erreicht, was angestrebt war. Die Stadt hatte die Beschwerde außerdem mit dem Gleichheits-Grundsatz der Autofahrer in grenznahen Gebieten begründet. Die Maut behindere die uneingeschränkte Bewegungs-Freiheit im nordiberischen grenznahen Wirtschaftsraum. Dies gelte gleichermaßen für die Algarve-Autobahn A22, denn auch sie ist für Pendler und Unternehmen aus Spanien ein wichtiger Verkehrsweg. Klar ist nun nur eines: Der Streit um die Maut geht grenzübergreifend weiter, wobei der Ton an Schärfe zunimmt.
Bedenkliche Lohnentwicklung 
 Grafik: Hans-Böckler-Stiftung
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In Portugal, wie auch in den übrigen Krisenländern der Euro-Zone bleiben die Lohnuntergrenzen langfristig unter Druck, nicht vorrangig durch die wirtschaftliche Situation des Landes, sondern vor allem durch die Auflagen, die die Organe der internationalen Finanzhilfe aus EU, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds der Regierung erteilten. Das ergab eine internationale Vergleichsstudie zur Entwicklung von Löhnen und Lebenshaltungs-Kosten, die der Politologe und Volkswirt Thorsten Schulten für das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut der Hans-Böckler-Stiftung des Deutschen Gewerkschafts-Bundes durchgeführt hat. In Anbetracht massiver Nachfrage-Einbrüche und des schwachen Wachstums im Euro-Raum sei diese Tendenz äußerst gefährlich. 
Mit der Kombination aus rigider Sparpolitik und restriktiver Lohn- und Mindestlohn-Politik würden die Potenziale zur Entwicklung der Binnen-Wirtschaft systematisch abgewürgt“. In sechs EU-Staaten wurden die Mindestlöhne seit 2010 nicht erhöht; in Portugal blieb somit erstmals seit Jahrzehnten die übliche jährliche Anpassung aus. Zudem liegt der Kaufkraftverlust bei 3,7 Prozent. „Obwohl zwischen der aktuellen Verschuldungs-Problematik und der Entwicklung der Mindestlöhne kein direkter ökonomischer Zusammenhang besteht, wird unter dem Druck der EU eine restriktive Mindestlohn-Politik mittlerweile als fester Bestandteil der derzeit vorherrschenden Austeritätspolitik gesehen“, so Schulten. Der nationale portugiesische Mindest-Stundenlohn beträgt derzeit 2,92 Euro und entspricht 52 bis 59 Prozent des mittleren Einkommens im Land. Portugal liegt auf Rang elf der zwanzig EU-Länder, in denen es Mindestlöhne gibt. Auf den darunter liegenden Plätzen befinden sich ausschließlich osteuropäische Staaten.
Schokoladenseiten 
Ab heute schwelgt Óbidos im Rausch von Kakao-Erzeugnissen. Das mittelalterlich Städtchen ist als Terrain für ungewöhnliche Festivals berühmt und nun läuft hier für zwölf Tage, bis zum 25. März, das Festival Internacional de Chocolate; ein Ereignis nicht nur für Naschkatzen, denn Konditoren zeigen, dass Schokolade auch als Baustoff beeindrucken kann. Das Festival, das regelmäßig an die 200.000 Gäste anzieht, findet in diesem Jahr zum zehnten Mal statt und widmet sich thematisch einem anderen Geburtstagskind: Dem Disneyland Paris, das im April sein zwanzigjähriges Bestehen feiert. 
 Süße Sause am alten Gemäuer
Man gibt sich genießerisch: Ein Obst- und Gemüsemarkt wartet auf Kundschaft, wobei die Erzeugnisse aus Schokolade hergestellt sind. Ebenso täuschend echt wirkender Fisch und Meeresfrüchte. Es locken Skulpturen historischer Größen und Nachbildungen weltberühmter Monumente. Es gibt reichlich süße Souvenirs: Schoko-Brot, Birne in Schokolade, Pralinen mit Kirschen der Region, Schokoladen-Obst-Fondue.
Egal, ob weiß oder dunkel – Schokolade verbindet Kulturen und überwindet Alters- und Sprach-Grenzen. Besucher am Fuße des Castelo de Óbidos lernen viel über Schokolade, ihre Geschichte, Herkunft und Verarbeitung und die Festung über der Stadt, 1148 aus der Herrschaft der Mauren befreit, gehört zu den „Sieben Wundern Portugals“ und Óbidos verspricht, auch aus süßer Masse Wunderbares zu schaffen. 
Iberisches Kommunikationsnetz 
Das EU-Parlament will ab 2016 die Roaming-Gebühren abschaffen, die bei Mobiltelefon-Gesprächen im Ausland anfallen. Bereits ab kommenden Juli sollen grenzüberschreitendes Telefonieren und Surfen mit dem Handy in der EU billiger werden – 25 Cent pro Telefon-Minute, für eingehende Anrufe acht Cent. Surfen soll 50 Cent pro Megabit Datenvolumen kosten; alle Preise sollen bis Ende 2015 schrittweise weiter reduziert werden. Portugal und Spanien könnten bereits im Kürze einen deutlich weiter reichenden Schritt vollziehen: Das Netzwerk grenzübergreifender Körperschaften (Rede Ibérica de Entidades Transfronteiriças; RIET) fordert, das Roaming für Telefon- und Internet-Verbindungen zwischen Portugal und Spanien aufzuheben und die beiden Länder im Bereich der Kommunikations-Technik als iberische Einheit zu behandeln. Es sei nicht sinnvoll, wenn ein Unternehmer im nordportugiesischen Chaves einen Kunden im elf Kilometer entfernten spanischen Verín anruft und dafür ein Auslandsgespräch bezahle. Die Regierungschefs beider Länder, Pedro Passos Coelho und Mariano Rajoy, werden diese Frage auf dem kommenden portugiesisch-spanischen Gipfeltreffen beraten. 
Iberische Kommunikation ohne Grenzen soll nach den Vorstellungen von RIET auch für andere Sektoren gelten: Ähnlich der Telefon-Gebühren müsse auch die Post beiderseits der Landesgrenze zum gleichen Tarif arbeiten, damit nicht „ein Brief von Verín nach Chaves teurer ist als eine Sendung von Verín nach Barcelona“. Eine ständige Kommission soll zudem Notrufe, Zivilschutz, Feuerwehr und Notarzt grenzübergreifend organisieren. Schließlich solle auch das Zahl-System der portugiesischen Autobahn-Maut nicht an der Grenze enden und berufsbedingte Pendler zwischen Spanien und Portugal gebührenfrei fahren.