Zahlen und Ziffern 
Die Diskussion um die Zukunft des Euro beschäftigt auch portugiesische Experten, die immer deutlicher eine politische Neubewertung der Position Portugals in der Schuldenkrise erarbeiten möchten. Der Wirtschafts-Analyst Pedro Romano zitiert einen Artikel der Finanzachrichten-Agentur Bloomberg („Hey, Germany: you got a bailout, too!), der ausführt, es gehe in Europa zumeist darum, dass die deutsche Regierung den übrigen Ländern das Sparen beibringen wolle und dabei selbst als Geber-Nation dastehe. „Würde es Sie überraschen zu erfahren, dass Europas Steuerzahler für Deutschland ebensoviel finanzielle Unterstützung bereitstellen wie für Griechenland?“, fragen die Bloomberg-Autoren und fügen hinzu, eine „Überprüfung europäischer Geldkreisläufe und die Bilanzen der Europäischen Zentralbank legen dies nahe“: Wenn die EZB die Rolle der Interbank-Märkte (Handel zwischen Kredit-Instituten) annehme, als Hauptgläubiger oder Gläubiger-Vertreter auftrete und Staatsanleihen verschuldeter Länder auf dem Markt aufkaufe, dann übernehme die EZB das Risiko und die Schuld-Verschreibungen der früheren Gläubiger – darunter insbesondere die der deutschen Banken. Das neu geordnete, aber nicht geringere Risiko gehe dann zu Lasten der EZB, die es gleichmäßig auf alle Mitglieder verteilt und damit auch auf Länder wie Portugal.
Nach EZB-Angaben schlossen zwischen dem 1.1.2011 und dem Jahresbeginn 2012 in der Eurozone 332 Kreditinstitute (= 4%; derzeit gibt es 7.533 Kreditinstitute). Im selben Zeitraum machten in Portugal vier Banken dicht, die Gesamtzahl sank von 164 auf 159. Die Anstrengungen der portugiesischen Regierung, die Staatskasse zu füllen, und ebenso die Kritik der Opposition, die Konsolidierung erdrücke Konsum und Produktion, zeigt sich auch an einer Gegenüber-Stellung der EU-Statistikbehörde Eurostat zur Steuer-Entwicklung in der EU (ausgewählte Länder; die komplette Liste aller EU-Staaten und die Eurostat-Analyse steht hier)
Auch Fernando Santos, portugiesischer Trainer der griechischen Fußball-Nationalelf, macht sich Gedanken über die finanziellen Perspektiven beider Länder: Einerseits hofft er, die Neuwahlen in Griechenland am 17.Juni tragen zur politischen Stabilisierung des Landes bei, gleichzeitig sollte aber die Frage, ob Griechenland die Eurozone verlassen und zur Drachme zurückkehren oder die EU gar ganz verlassen solle, von der griechischen Bevölkerung in einem Referendum beantwortet werden. Es gebe zwar deutlich weniger Protest-Demonstrationen auf den Straßen, doch sei das „ein Zeichen der Resignation, nicht des Einverständnisses“, meint Santos. Der Protest finde jetzt im Wahllokal statt. 
Die Politik- und Finanzkrise wirke sich bereits spürbar auf den Fußball aus: „Es kommen immer weniger Zuschauer in die Stadien, sie können sich die Tickets nicht mehr leiste“, sagt Santos; auch Sponsoren ziehen sich zurück und Vereine können sich keine neuen Spieler mehr leisten. Im Vergleich von Griechenland und Portugal sieht der Fußball-Lehrer wenig Unterschiede: „In Portugal gibt es eine stabile Regierung und eine breite Unterstützung auch durch weite Teile der Opposition“. Sollte sich dies ändern und die Troika Maßnahmen einfordern, die auch von einer großen Zahl der Parlamentarier nicht mehr getragen werde, dann werde sich die Stimmung in Portugal der griechischen angleichen.