Saubere Strände, sichere Klippen 
Praia da Rocha
Dieses Jahr meldet die Region Algarve 74 Strände zur Auszeichnung mit der Blauen Flagge für Wasserqualität, Sicherheit, Sauberkeit und Service-Einrichtungen der Areale an und übertrifft damit den Vorjahres-Rekord von 69 gemeldeten Gestaden. Es hätte noch ein Strand mehr sein können, aber Castro Marim bekräftigte erneut die sechs Jahre alte Entscheidung des Rates, nicht zu kandidieren (2005 war es zu einem Streit mit der Vergabe-Organisation Blue Flag über die Blaue Flagge für den Altura-Strand gekommen). Albufeira, 2010 mit achtzehn Auszeichnungen best-beflaggter Algarve-Kreis, möchte nun auf zwanzig kommen und setzte auch die Strände Coelha und Castelo auf die Antragsliste für das Ökosiegel, das in 35 Ländern in Europa, sowie in Südafrika, Neuseeland, Kanada und in der Karibik nach Prüfung vergeben wird. Während der Bade-Saison, die am 1. Juni beginnt, finden regelmäßig unabhängige Kontrollen statt.
Kein verschärftes Tempolimit 
Ab 7. März dürfen Autofahrer auf den Autobahnen im benachbarten Spanien nicht schneller als 110 km/h fahren, statt bisher 120 km/h. Das neue Tempolimit ist (ähnlich wie in der EU sonst nur in Polen und Dänemark) eine Maßnahme zur Vorbeugung einer Ölkrise durch die bürgerkriegs-ähnliche Situation im Öl-Exportland Libyen. Die Redaktion des Reiseführers Guide Michelin errechnete, Portugal könne mit der gleichen Regelung die Kosten für den Energie-Import um bis zu 10 Prozent senken. Die portugiesische Regierung erklärte dazu, es werde hier keine Geschwindigkeits-Reduzierung geben. Jeder Autofahrer verantworte selbst, wieviel Benzin er verbrauche und dann auch bezahlen müsse. Regierungschef José Sócrates erteilte damit denen eine Absage, die eine staatliche Subvention für Benzin fordern. So etwas habe es „in der Vergangenheit schon einmal gegeben – mit katastrophaler Wirkung: Denn dann bezahlt nicht der Kfz-Halter, was er verbraucht, sondern wir alle, die Steuerzahler“. Zahlen der Internationalen Energieagentur zufolge kommen elf Prozent des nach Portugal importierten Rohöls aus Libyen (Spanien = 12%; Deutschland = 8%).
Grüne Unterwasserwelt
 Naturpark Ria Formosa
FOTO: Câmara Municipal de Olhão
Die Ria Formosa, Naturreservat an der Algarve-Küste, ist Ziel und Gegenstand vieler naturwissenschaftlicher und ökologischer Forschungs-Arbeiten. Derzeit laufen drei Projekte, die trotz unterschiedlicher Zielsetzung sehr eng miteinander verbunden sind
Das Projekt FORWARD (Framework for Ria Formosa Water Quality, Aquaculture and Resource Development) untersucht das Wasser und die wirbellosen Meerestiere, um bis Januar 2012 eine „differenzierte Kennzeichnung der Produkte aus der Ria“ zu erarbeiten. Es gelte, die Qualität und regionale Exklusivität der Meeresfrüchte als Handelsware für den Verbraucher zu sichern“, besagt eine Mitteilung des Meeresfrüchte-Züchterverbandes VIVMAR – Associação de Viveiristas da Ria Formosa VIVMAR-Sprecher Américo Custódio spricht von der „Erfüllung eines Jahre alten Traumes“, endlich werde ein klares Bild von den natürlichen Fanggründen und auch von den Kapazitäten der Aquakulturen gewonnen. 
Lohn für Praktikanten 
Auch, wer ein Berufs-Praktikum absolviert, erbringe Leistung, die für die Firma geldwert ist, die den Praktikumsplatz stellt. Deshalb sollen Praktikanten für ihre Arbeit entloht werden. Nur Praktika von sehr kurzer Dauer oder im Rahmen schulischer Lehrpläne dürfen unbezahlt bleiben, ebenso solche, die „mit freiberuflicher Tätigkeit gleichzusetzen sind“. Mit der Maßnahme will die Regierung die Jugend-Arbeitslosigkeit bekämpfen. Der Mindest-Lohn für Personen in der praktischen Ausbildung wird 419,22 Euro (entsprechend dem niedrigsten Sozialhilfesatz) betragen und die Praktikanten müssen sozialversichert sein
Seit 2005 ist die Zahl der Praktikanten in Portugal von 19.000 auf 39.000 gestiegen, was darauf hinweise, dass kostenlos arbeitende Praktikanten missbraucht würden, um reguläre Arbeitsplätze kostensparend zu besetzen. Gleichwohl soll die Zahl der Praktikums-Plätze in diesem Jahr auf 50.000 steigen, vor allem für junge Hochschul-Absolventen. Eine Arbeitsgruppe erstellt eine Liste von einhundert Berufen und Tätigkeits-Feldern, die durch Praktika gefördert werden können. Die Debatte wird durch die Popgruppe Deolinda angeheizt, die ein Lied mit dem Titel „Blöd, wie ich bin“ (Parva que sou) schrieb, in dem es heißt: „Was für eine blöde Welt, in der man studieren muss, um als Sklave zu enden“. Der Protest-Song, in Melodie und Vortrag an Fado erinnernd, gilt kurz nach seinem Erscheinen als Hymne der „Generation ohne Lohn“ (geração sem remuneração).
Namen gesucht
 Die berühmte Kathedrale liegt in der freguesia Sé,
die mit elf anderen kleinen freguesias
zu einer neuen zusammengefasst wird
Die Verwaltungs-Reform, die Portugals Hauptstadt neue Stadtteil-Grenzen und die Reduktion der bisher 53 freguesias auf 24 bis zum Jahr 2013 bringt (PERSPEKTIVE PORTUGAL berichtete) ist beschlossen. Bis zum 22. März können die Lisboetas im Rahmen der gesetzlich vorgesehenen Bürgerbeteiligung an der Stadt-Gestaltung mitwirken und ihre Meinung zum neuen administrativen Stadtplan übermitteln. 
Vor allem aber sind sie aufgerufen, sich an der Namensfindung für die neuen Gebilde und an der Definition neuer Zuständigkeiten zu beteiligen. Auf der eigens eingerichteten Internet-Seite freguesias mais fortes ist der zukünftige Stadtplan abgebildet und die Stadtteile aufgeführt, die ihre Eigenständigkeit verlieren und mit benachbarten freguesias zusammengelegt werden. Zudem erhält jeder Haushalt per Post einen Fragebogen mit den Inhalten der Webseite, damit „wir möglichst alle Bürger erreichen und jeder mitmachen kann, auch wenn er keinen Internet-Anschluss hat“, erklärt die Verwaltungs-Stadträtin Graça Fonseca und ruft dazu auf, die Beteiligung ernst zu nehmen, denn „die Stadt lebt von ihren Bürgern“.
Preisbildung 
Wenn auf dem Weltmarkt der Preis für ein Barrel Rohöl um zehn Dollar steigt, heißt das für Portugal: „Die Rechnung steigt um 800 Millionen Euro“, erklärte António Mexia, früher Wirtschafts-Minister und heute Chef des Energie-Konzerns Electricidade de Portugal (EDP). Angesichts der politischen Umwälzungen in Libyen sei es an der Zeit, umzudenken und „die Alternativen Wasser und Sonne zu nutzen, um die Anhängigkeit vom Öl zu reduzieren“. Die nachhaltigen, im eigenen Land vorhandenen Rohstoffe nicht in größerem Umfang für die Energie-Produktion zu nutzen, bedeute „Portugals Kapital leichtfertig ins Ausland zu transferieren“. Öl bleibe ein Spekulations-Objekt, denn die Unruhen in Nordafrika wirkten sich direkt auf die Preise aus, obwohl am Markt noch ausreichend Vorräte vorhanden seien. 
Das Kartellamt Autoridade da Concorrência entschied unterdessen, eine Klage des Automóvel Club de Portugal (AdP) gegen einige Billig-Tankstellen nicht weiter zu verfolgen. 
Über die Klarheit - Saramago und die Gegenwart 
José Saramago
Die portugiesische Regierung verfolge die Geschehnisse in den arabischen Staaten sehr aufmerksam und sei bereit, jederzeit zu helfen, wann und wo es notwendig werde, versichert eine Presse-Erklärung dieser Woche. Dies gelte für die Evakuierung der eigenen Bürger, aber auch für humanitäre Hilfe in den Ländern im Umbruch. Die Lage sei „komplex und sensibel“, die EU habe „viele Jahre  die Nachbarschaft mit den Mittelmeer-Anrainern der afrikanischen Küste vernachlässigt“, so Außenminister Luís Amado. Die Gemeinschaft habe sich zu sehr mit der kontinentalen Ost-Grenze Europas beschäftigt. 
Dem stimmt die Fundação Saramago zu und entwickelt den Gedanken weiter. Die Stiftung, benannt nach ihrem Begründer, Portugals Literatur-Nobelpreisträger von 1998, José Saramago, betrachtet nicht nur, was rund um das Mittelmeer – auch diesseits – geschieht und widmet sich neben der politischen auch den langfristigen humanen und kulturellen Auswirkungen der arabischen Revolutionen und des europäischen Polit-Alltags.
Unbefriedigendes Ergebnis der Maut-Konferenz 
Die Regierung „will die Region spalten“, erklärte Macário Correia, Bürgermeister von Faro und Vorsitzender des Algarve-Städtetags AMAL nach dem Gespräch mit Verkehrs-Staatssekretär Paulo Campos in Lissabon. Der Lokalpolitiker und eine Delegation von Bürgern und Unternehmern übergaben in der Hauptstadt eine Resolution gegen die Einführung der Maut auf der Algarve-Autobahn Via do Infante (A 22). Es gehe nicht an, dass die Regierung die Region nicht als Ganzes wahrnehme, sondern bestenfalls „zu gegebener Zeit mit jedem Bürgermeister ein Einzel-Gespräch führen will“, moniert Macário Correia, der das Treffen in Lissabon nicht als „konstruktiven Dialog, sondern als irgendeinen Punkt auf der Tagesordnung des Staatssekretärs“ empfand. 
In fünfzig Tagen soll das Befahren der A22 nur noch gegen Gebühr möglich sein. Die Gebühr für eine Fahrt von einem Ende der Algarve-Autobahn zum anderen wird etwa acht Euro betragen. Anwohner und möglicherweise auch Unternehmen mit Sitz oder Filiale in der Region sollen bis 30. Juni 2012 mautfrei fahren dürfen. 
Blick unter die Dächer 
Die Mehrheit der Portugiesen – 42% – wohnt in einem freistehenden Haus (35,4% in einer Wohnung, 22% im Doppelhaus und 0,2% in nicht zum Wohnen vorgesehenen Unterkünften). Damit steht Portugal im Kontrast zum größten Teil der EU-Bevölkerung. Das zeigte ein Vergleich der Wohnverhältnisse in der EU, den die Statistik-Behörde Eurostat jetzt veröffentlichte. Die Zahlen beziehen sich auf das Jahr 2009 und werden mit den Daten der EU-weiten Volkszählung 2011 abgeglichen, die im kommenden Monat den Status quo zum Stichtag 21.3. in Portugal registriert und zusätzliche Wohn-Daten wie Kosten und Energiequellen abfragt (PERSPEKTIVE PORTUGAL berichtet demnächst). Die Liste der Menschen, die in einem „freistehenden Haus“ wohnen, wird von Slowenien (68,7%) und Ungarn (67,6%) angeführt (Deutschland = 29,2%). 
Die Zahl der Bewohner einer vivenda besagt indessen nicht viel über die Qualität des Wohnens, denn viele Menschen - nicht nur in Portugal - leben laut Eurostat in beengten Verhältnissen:
Tiefe Löcher 
Die Sparmaßnahmen des Staatshaushaltes reißen in keinem Wirtschafts-Segment so tiefe Löcher wie im Bereich der Hoch- und Tiefbau-Aufträge der öffentlichen Hand. Der Industrie-Verband FEPICOP Federação Portuguesa da Indústria da Construção e Obras Públicas verzeichnete einen Produktivitäts-Rückgang in drei Monaten von 28,5 Prozent verglichen mit dem gleichen Zeitraum des Winters 2009/1010. Im Wohnungsbau und bei Büroflächen war der Rückgang mit etwa 13 Prozent deutlich geringer. Die Entwicklung lasse keine Umkehr der Tendenz erkennbar werden, denn die Aufträge lägen derzeit um 9,4 Prozent unter den Zahlen des Vorjahres. 
Das wirke sich stark auf den Arbeitsmarkt aus. Bauindustrie und Bauhandwerk sind sehr personal-intensive Branchen und so machen Arbeitslose aus diesen Bereichen bereits 14,2 Prozent aller Jobsuchenden aus. Die Arbeitslosenzahlen im Bau-Sektor stiegen 2010 um über 18 Prozent. Bei einer vergleichenden Untersuchung in Europa ermittelte FEPICOP, dass sich der Vertrauens-Index im portugiesischen Bau-Gewerbe mit 12,4 Minuspunkten ins Negative entwickelt, während im EU-Mittel Zuversicht herrscht und der Index 3,5 Prozentpunkte im Plus verzeichnet.
Erholung in der Stadt
 Die Lissabonner Avenida Duque d´Ávila
in den 1970er Jahren und heute, mit
Radweg, der viele Viertel verbinden wird
FOTOS: Cidadania Lx
Mit der Erweiterung der Metro-Linien in Lissabon sollen auch die Straßen über der Schnellbahn attraktiver werden. Seit im vergangenen Jahr die Bau-Gerüste an der zukünftigen Station der erweiterten gelben Linie an der Avenida Duque d´Ávila verschwanden, beklagten sich Anwohner über die Verwandlung ihrer Straße in einen „ungeordneten, überdimensionalen Parkplatz“, so das Forum Cidadania Lx. Nun versprach der Stadtverordnete für Umwelt und Raumordnung José Sá Fernandes, im gesamten Bereich zwischen der Anlage der Stiftung Gulbenkian bis zum Platz Arco do Cego in der Unterstadt werden Grünflächen und kleine Cafés entstehen, die Avenida Duque d´Ávila werde „zu einer großen, grünen Freizeitfläche“. Dies soll pünktlich zur für April geplanten Einweihung der neuen Metro-Stationen geschehen. Besitzer von Cafés und Kiosken entlang der Avenida sollen zunächst für die Dauer von einem Jahr von den Steuern für Tische und Stühle auf den Freiflächen der Esplanadas befreit bleiben. Dies sei eine „Wiedergutmachung für die Einbußen während der sechsjährigen Metro-Bauzeit“, so Fernandes.
Rauchfreie Zone Privathaus 
Manche Gesetzte muss man genau lesen. Dies taten nun Juristen in Spanien in einem Streitfall im Zusammenhang mit dem gerade in Kraft getretenen Rauchverbot an öffentlichen Plätzen und am Arbeitsplatz. Portugiesische Juristen kommentierten auf Anfrage der Tageszeitung Público das entsprechende Gesetz im eigenen Land. Ergebnis: Das allgemeine Rauchverbot gilt für alle Anwesenden auch in Privat-Häusern und Wohnungen, sobald die zum Arbeitsplatz werden. Hausangestellte wie Gärtner oder Putzhilfen dürfen am Arbeitsplatz nicht rauchen, aber auch der Hausherr selbst darf sein Personal nicht einräuchern. Der Arbeitsrechtler José Augusto Rocha bestätigte, eine rauchende Haushaltshilfe schaffe in besonders extremen Fällen sogar einen Grund für fristlose Entlassung. Andererseits müsse der „Arbeitgeber sicherstellen, dass Mitarbeiter auch in seinem Haus in den Genuss aller gesundheitspolitisch garantierten Rechte kommen“, dazu gehöre auch der Schutz vor Passivrauchen. Der Hausherr müsse zum Rauchen in den Garten oder auf den Balkon gehen, wenn die Putzfrau anwesend ist. Seit Inkrafttreten des allgemeinden Rauchverbots in Portugal im Januar 2008 hat das Wirtschafts-Prüfungsamt ASAE über 3.000 Verstöße registriert, die zumeist durch eine Bußgeld-Zahlung geahndet wurden.
Dirigenten bleiben 
 Christoph König
Christoph König wird auch in den Spielzeiten 2012 bis 2014 Chefdirigent des Orquestra Sinfónica do Porto (OSPCM) sein, wie die Casa da Música, Stammhaus des Orchesters, nach der heute erfolgten Vertrags-Verlängerung bekannt gab. Der in Dresden geborene König sagte, er fühle sich zu Hause in Porto und in der Casa da Música und freue sich darauf, das Orchester musikalisch weiter zu entwickeln, dessen künstlerische Bandbreite sich über symphonische Werke zwischen Klassik und 21. Jahrhundert bis hin zu Jazz, Fado und moderner Musik erstreckt. 
Christoph König leitet die Musiker seit 2008 und gab neben etwa 50 Konzerten pro Jahr in Porto auch Gastspiele im Algarve, in Lissabon und auf den Azoren, sowie in Wien, Rotterdam, Antwerpen und Santiago de Compostela. Seit Herbst 2010 ist König außerdem musikalischer Leiter der Luxemburger Solistes Européens, einem Ensemble von Musikern aus Europas renommiertesten Orchestern. 
Auch an der Spitze des Orquestra do Algarve gibt es keine personelle Änderung, nachdem in der vergangenen Woche gemeldet wurde, Osvaldo Ferreira, der künstlerische Direktor des Orchesters, habe gekündigt, um nach Brasilien zu gehen. 
Bergbau-Absichten beunruhigen Monchique 
Pläne für einen Tagebau-Betrieb zur Feldspat-Förderung am Picota nahe der Gemeinde Alferce bei Monchique beunruhigen die Anwohner. Seit das Unternehmen Felmica Minerais, ein Betrieb der Keramik-Industrie, die Konzession bei der zuständigen Behörde (Direção Geral de Energia e Geologia; DGEG) beantragte, sehen die Anwohner die Umwelt durch eine Minen-Anlage sehr nahe an bebautem Territorium gefährdet, das außerdem Heimat vieler seltener Tier- und Pflanzenarten und ökologisches wie auch Landwirtschafts-Schutzgebiet ist.  Ein offener Tagebau gefährde ferner die Gewässer der Region. Die Einwohner der Gemeinde Alferce prüfen rechtliche Schritte und haben zunächst eine Petition online gestellt, die derzeit über 1.200 Unterschriften trägt – das Ziel sind 5.000. 
Vorsicht bei der Wasserrechnung 
Wer bisher seine Wasserrechnung verspätet zahlte, musste mit Verzugszinsen in Höhe von einem Prozent pro säumigem Monat rechnen. Ab sofort gelten drastische Änderungen, die im Staatshaushalt für 2011 verankert sind: Offene Wasser-Rechnungen werden umgehend zum gerichtlichen Vollzug gebracht und so kann sich die geschuldete Summe durch die anfallenden Justiz-Gebühren mehr als verdoppeln. Es gibt es keine Frist mehr, in der ohne Straf-Zuschlag nachgezahlt werden kann. In Krisenzeiten gehöre die Wasser-Rechnung wegen der niedrigen Verzugs-Zinsen zu den Verpflichtungen, die Konsumenten gerne auf später verschieben. Darauf wiesen jetzt die Stadtwerke der Algarve-Stadt Lagos hin und präsentierten eine Kosten-Simulation: Demnach steigt eine fiktive Rechnung über 7,57 Euro (für den Verbrauch von bis zu 5 Kubikmetern) auf 18,42 Euro, ein mit 19,65 Euro berechneter Verbrauch (Kategorie bis 15 Kubikmeter) kostet bei verspäteter Zahlung 35,47 Euro.
Therapien für Ambulanzen 
Unregelmäßigkeiten bei der Abrechnung von Kranken-Transporten und vom Gesundheits-Ministerium angeordnete Kürzungen gefährden den Transport von Kranken. Der zu Jahresbeginn in Kraft getretene ministerielle Erlass sieht vor, dass nur Personen mit geringem Einkommen und vorliegender Bescheinigung des Arztes einen kostenlosen Krankentransport erhalten. Dies gilt für reguläre Kranken-Fahrten, notärztliche Dienste sind nicht betroffen. Der Feuerwehr-Verband LBP, zuständig für die Ambulanz-Fahrzeuge, schätzt, dass seit Anfang Januar 40 Prozent weniger Patienten mit Krankenwagen transportiert wurden. Das bedeute aber nicht, dass es weniger Kranke gebe oder dass zuvor „nicht Berechtigte sich die Fahrt erschummelt hätten“. 
Das Ende der Mobilitätspolitik
Eine Fahrt von 300 km auf der A22 (Via do Infante) im Algarve werde nach der zum 15. April vorgesehenen Maut-Einführung mehr als doppelt so teuer sein wie eine vergleichbare Strecke im Nachbarland Spanien: 51,16 Euro gegenüber 23 Euro, wobei die gleichfalls unterschiedlichen, in Spanien niedrigeren Benzinkosten mitberechnet wurden, so Tourismus-Forscher Fernando Perna vom Centro Internacional de Investigação em Território e Turismo (CIITT) der Universidade do Algarve. Dann mache der steuerliche Anteil an den Kosten für 300 km Fahrt in Portugal 79,6 Prozent aus. Die Autobahn-Gebühr sei „das Ende der Mobilitätspolitik der vergangenen zwanzig Jahre“. Die Interessen-Gemeinschaft der Autobahn-Nutzer im Algarve werde versuchen, die Autobahnmaut auf der A22 mit einer einstweiligen Verfügung zu stoppen, erklärte Macário Correia, Bürgermeister von Faro und Präsident des regionalen Städtetags AMAL nach einer Konferenz mit Vertretern aus Bevölkerung, Wirtschaft und Lokalpolitik heute in Loulé. 
Doping-Spur führt nach Portugal 
Die Teilnahme des Radrenn-Stars Alberto Contador bei der heute zu Ende gegangenen Volta ao Algarve erzeugte nicht nur Freude. Der Spanier, Sieger der letztjährigen Algarve-Rundfahrt wie auch der Tour de France, war im vergangenen Herbst wegen Doping-Verdachts gesperrt worden und hatte dennoch überraschend kurzfristig am Tag vor dem Start im Algarve die Startfreigabe erhalten. Die internationale Sportpresse wertete dies als „Kapitulation vor Betrügern“ und „Ende des Antidoping-Kampfes“, denn Contador war mehrfach positiv auf verbotene Substanzen getestet worden, doch sein Verband folgte der Erklärung von Contadors Anwälten, er habe damals unwissentlich „kontaminiertes Fleisch“ verzehrt. 
Dass Radrennen sich kaum vom Verdacht befreien können, rollende Pharmalabors zu sein, wurde auch am Rande der Algarve-Rundfahrt deutlich. Zeitgleich hob die spanische Polizei einen Händlerring aus, der dopingfähige Mittel im großen Stil vertrieb – importiert vor allem aus Portugal. Das berichtet die spanische Zeitung El País. Der Erfolg ist der Anzeige des spanischen Radsport-Profis Xavier Tondo zu danken. Er fuhr 2004 und 2007/08 für portugiesische Teams. 
Handicap 
Gerade verlieh das Hamburger Golf Magazin dem Algarve das Prädikat „Beste Golfregion“, doch bei den Betreibern der Golfplätze zwischen Sagres  und Castro Marim ist die Freude gedämpft. Zwar geht die Auszeichnung, Ergebnis einer Umfrage bei Lesern des Golfspieler-Blattes, zum dritten Mal in Folge an die Golfregion Algarve, doch die steht weiter unter erheblichem wirtschaftlichen Druck: 2010 verbuchten die Algarve-Plätze 984.000 gespielte Runden, etwa 3,5 Prozent weniger als im Jahr davor. Der Algarve sei „ein Traum für Golfspieler, aber oft bleibt es auch beim Träumen“. Viele Stammgäste blieben zu Hause oder buchen preiswertere Golf-Ferien in anderen Regionen Europas, so der Journalist Mário Lino, der die Algarve-Plätze langfristig beobachtete. 
 FOTO: Valter Jacinto
Dies betreffe nicht nur britische Golfer, die das Gros der Rasenspieler ausmachen. Der Rückgang begann nach 2007, dem bisher erfolgreichsten Jahr für die Sportart im Algarve mit über einer Million gespielter Partien. Besonders deutlich war der Spieler-Schwund in der traditionellen Hauptsaison der Golfer, zwischen Dezember und April. Um die Tendenz umzukehren, arbeiten die Plätze an „Low Cost-Strategien, um der Krise zu widerstehen“, so Lino. Sonder-Konditionen wie der Verleih von Golfausrüstung erspart Billigflug-Reisenden die Gepächkosten. Reduzierte Platz-Gebühren zu bestimmten Tageszeiten oder für Jugendliche sollen abtrünnige Golfer zurückbringen und neue gewinnen.
Strukturen gegen Arbeitslosigkeit 
Der Präsident des portugiesischen Industriellen-Verbandes Confederação Empresarial de Portugal (CIP) kritisiert die jüngsten Nachrichten über Portugals Arbeitsmarkt und fordert einen Sozialvertrag. Stellen für 700.000 Menschen könnten entstehen und „der Reichtum erwirtschaftet, der durch Nicht-Beschäftigung verloren geht“, so António Saraiva. Portugal könne es sich „nicht leisten, das vorhandene Arbeitspotenzial nicht zu nutzen“. Arbeitslosigkeit sei eine Tragödie für Betroffene und ein Drama für den Staat“. So, wie die Wirtschaft jetzt aufgestellt sei, festige sie diesen Zustand aber, da die Arbeitslosigkeit strukurell sei. Eine vom CIP in Auftrag gegebene Studie belege, dass die traditionellen Industrien (Holz, Kork, Textil und Leder) langfristig wettbewerbsfähiger seien als andere Zweige. Außerdem sieht Saraiva in einer Erhöhung staatlicher Aufträge und der Erweiterung öffentlich-privater Partnerschaften den Schlüssel, um den Wirtschaftsmotor zu starten. Es gebe in allen Kommunen genügend Arbeit zu Umbau und Modernisierung; Beschäftigungslosigkeit könne auf lokalem Sektor reduziert werden. Er wisse, so Saraiva, dass die Sparprogramme der Regierung solche Investitionen nicht vorsehen, doch mit parlamentarischen zweckgebundenen Vereinbarungen muss nachgebessert werden, mit oder ohne Regierungswechsel“, sagte Saraiva mit Blick auf einen für den 10.März angekündigten Misstrauens-Antrag der linken Oppositionspartei Bloco de Esquerda
Kulinarische Zitate 
Im Jahr der Wahl der besten nationalen Rezepte und Speisen lassen sich Portugals Restaurants einiges einfallen, um ihre Gäste zu überzeugen und dadurch auch die Jury des Wettbewerbs um die Maravilhas da Gastronomia, die ab 7. Mai Vorschläge für die Auswahl annimmt. Doch nicht nur das: Nachdem die Gastonomen seit Jahresbeginn oftmals vor unbesetzten Tischen standen, arbeiten sie mit den regionalen Tourismus-Ämtern zusammen und hoffen auf mehr und neue Gäste. „Wenn Steuer-Erhöhungen und Kürzungen der Bezüge dafür sorgen, dass die Leute zu Hause essen, dann müssen wir uns eine besondere Motivation einfallen lassen“, meint ein Restaurant-Besitzer. Für Aufmerksamkeit sorgen Tausch-Programme regionaler Spezialitäten, das Servieren kulinarischer Zitate aus anderen Landesteilen, die Rota de Sabores Tradicionais.
Briefe als Geschichtsbuch 
Ein Projekt der Universidade de Lisboa soll bald einen neuen Blick auf die portugiesische Gesellschaft erlauben, aus erster Hand, anhand von schriftlichen Zeugnissen: Wissenschaftler haben viertausend Briefe aus dem 16. Jahrhundert bis ins Jahr 1979 gesammelt und werden diese Schrift-Dokumente analysieren, um danach ein digitales Geschichtsbuch aus der Feder derer zusammenstellen, für die Alltag jenes war, was heute Geschichte ist. Es handelt sich um Briefe zwischen Verwandten, Freunden und Kollegen, nicht um offizielle Briefe hochgestellter Persönlichkeiten. 
Eine besondere Gruppe bildet die Korrespondenz portugiesischer Emigranten und ihrer Angehörigen daheim, die den „historischen Blick über die Landesgrenzen hinaus ermöglicht, aber mir den Augen von Portugiesen“, so Projekt-Leiterin Rita Marquilhas. Diesen jüngsten Teil der Sammlung möchten die Wissenschaftler noch ausweiten. Deshalb baten sie ihre Landsleute, ihnen weitere Post zur Verfügung zu stellen.
Museum für die Oper 
 Die königliche Loge im
Teatro Nacional de São Carlos
FOTO: IPPAR
Der Rat der Stadt Lissabon hat einstimmig die Einrichtung eines Opern-Museums beschlossen. Das Opernhaus Teatro Nacional de São Carlos im Stadtteil Chiado verfüge über einen „wertvollen, umfangreichen Fundus mit tausenden von Gegenständen, der zu verfallen droht“. Der künstlerische Bestand müsse gesichtet und gesichert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Die Initiative geht auf die Ratsfrau Aline Gallasch Hall zurück, die für ihre Doktorarbeit über „die Rolle der Oper als königliches Machtinstrument im 18. Jahrhundert“ recherchiert. 1793 erbaut, nachdem die vorher existierende Ópera do Tejo beim Erdbeben von 1755 zerstört wurde, wurde das Teatro de São Carlos um 1940 renoviert und verlor dabei charakteristische Elemente. Doch „alles ist noch vorhanden, muss nur aufgearbeitet werden“, so Gallasch Hall, etwa Bühnenbilder, die der italienische Architekt und Maler Luigi Manini ab 1879 für das Teatro de São Carlos schuf. Im Theater selbst hatten Mitarbeiter bereits begonnen, in der Freizeit die Schätze des Fundus zu ordnen. Das Museum soll auch Ausbildungsstätte im Bereich Denkmalspflege und Restaurierung werden.
Design für historische Städte 
 Guimarães
Die spanische Modemacherin und Designerin Agatha Ruiz de la Prada wird Häuser im Viertel Nossa Senhora da Conceição der UNESCO-Weltkulturerbe-Stadt Guimarães gestalten. Die ausgeblichenen, einst rosafarbenen Fassaden erhalten einen bunten Anstrich und Motive. Bürgermeister António Magalhães möchte mit der Aktion „einem als sozial schwierig geltenden Bezirk das Stigma nehmen und Kontrast schaffen durch Präsenz und Arbeit einer der bekanntesten Designerinnen der Welt. Prada hat ein Konzept präsentiert und will in Laufe eines Jahres die Arbeiten abschließen. 
Auch das historische Zentrum der Nordmetropole Porto soll wieder zum angenehmen Wohnort werden, so die Initiative Plano B zur Wiederbelebung der Innenstadt.
Blick ins Weltall 
Schüler aus Cascais haben einen Asteroiden entdeckt. Dies gelang im Rahmen eines Programms der IASC - International Astronomical Search Collaboration für Schüler und Studenten, die wenige Stunden alte Bilder verschiedener Teleskope aus dem Weltall nach Neuem absuchen. Die forschungs-begeisterten Schüler laden die Fotos täglich von der IASC-Datenbank herunter und bearbeiten sie mit einer speziell bereit gestellten Software. Die portugiesischen Entdecker besuchen die 9. und 10. Klasse und gehören zu den Jüngsten im IASC-Programm, das in Zusammenarbeit mit der Harvard University und der NASA stattfindet. Der nun entdeckte kleine Planet befindet sich zwischen den Umlaufbahnen von Mars und Jupiter und erhielt die vorläufige Bezeichnung 2011 BG16. Die Entdecker wollen der Internationalen Astronomischen Union, zuständig für das Namen-Register, demnächst einen portugiesischen Namen vorschlagen. An der All-Portugal Asteroid Search Campaign beteiligen sich 15 Schulen. 
Die Reise des heute Nacht gestarteten unbemannten Weltraumfrachters ATV-2 (Automated Transfer Vehicle) wird von der Satelliten-Beobachtungsstation auf den Azoren verfolgt, der einzigen Basis der Europäischen Weltraum-Organisation ESA in Portugal. ATV-2 ist der bisher größte Frachter seiner Art, der Nachschub für die internationale Raumstation ISS ins All transportiert. Während des ATV-Fluges übermittelt die Estação de Santa Maria telemetrische Daten an die ESA. Die geografische Lage der Station sei ideal zum Empfang sämtlicher Fernmessdaten.
Arbeitslosen-Statistik 
Nach heute veröffentlichten Zahlen der Statistik-Behörde INE, ist die Region Algarve am stärksten von Arbeitslosigkeit betroffen. 14,8% der Menschen im arbeitsfähigen Alter suchen derzeit hier eine Stelle, das ist eine Steigerung von 3% gegenüber dem vorigen Quartal. Es folgen die Nord-Region (12,7%), Lissabon (12,3%) und der Alentejo (11,2%). Insgesamt stieg die Zahl der Beschäftigungslosen im ganzen Land, nur auf der Insel Madeira ist die Rate konstant, auf den Azoren sogar leicht rückläufig. 
Die bloßen Zahlen verbergen den gesellschaftlichen Bezug: Arbeitslosigkeit betrifft überproportional Frauen und gut ausgebildete junge Menschen. Während 2010 die Rate der Jobsuchenden insgesamt um 9,9% stieg, betrug die Zunahme bei weiblichen Arbeitskräften etwa 14%, bei Männern 5,5%. Gegenwärtig stellen weibliche Arbeitssuchende mehr als die Hälfte aller Arbeitslosen. In der Gruppe der 25- bis 34-Jährigen mit abgeschlossener Berufs-Ausbildung stieg die Arbeitslosigkeit in einem Jahr um 22,2%. Bei Hochschul-Absolventen verzeichnete das INE sogar einen Anstieg von 37,5%. Für alle Gruppen gilt zudem: Wer länger als ein Jahr nicht gearbeitet hat, riskiert, auch in Zukunft keinen Job zu finden: 54,4% der Stellensuchenden sind Langzeit-Arbeitslose; vor einem Jahr lag der Anteil bei 49%.
Tante Emma kommt zurück 
Jerónimo Martins, 1792 als Gemischtwaren-Laden in der Rua Garrett in der Lissabonner Baixa gegründet und heute ein international operierender Lebensmittel- und Konsumgüter-Produzent und -Handel, der in Portugal die Supermärkte Pingo Doce und Feira Nova, sowie den Abhol-Großmarkt Recheio betreibt, will zurück zu den Anfängen. Unter dem Namen Amanhecer („Tagesanbruch“) entsteht eine Kette kleiner Läden, in denen Lebensmittel-Händler unter der Regie von Recheio ihr eigenes Geschäft weiterführen und gleichzeitig auf Franchise-Basis rund 130 Produkte des Recheio-Sortiments verkaufen. Recheio gibt auch die Grundzüge der Laden-Ausstattung vor, wacht über Hygiene und Lebensmittel-Sicherheit und veranstaltet Schulungen im Umgang mit den Kunden  und in Verwaltungsfragen. 
 Pingo Doce-Supermarkt heute und Jerónimo Martins-Lebensmittelladen in Lissabon 1938
(FOTO re.: Biblioteca de Arte Fundação Gulbenkian)
Recheio-Direktor Dávid Lopes meint, die Kleinhändler „profitieren von erprobten modernen Marketing-Strategien“. Kritiker wenden ein, der Lebensmittel-Multi schlage Kapital aus den kleinen Läden, deren Untergang die Supermarkt-Konzerne verursacht haben. Innerhalb weniger Jahre verlor Portugal 40 Prozent seiner kleinen Lebensmittel-Geschäfte, während Supermärkte Cafés und Restaurants zulegten. Die Amanhecer-Läden bieten deshalb auch Kaffee und Sandwiches an. Dávis Lopes will in diesem Jahr 25 traditionelle Läden „recyceln und nachhaltig weiterführen“ und habe schon „hunderte Anfragen interessierter Händler“. Unter dem Amanhecer-Signet kann der traditionelle Name des Ladens fortbestehen. In den vergangenen Tagen öffneten die ersten beiden Amanhecer-Läden (Lissabon: Loja da Baixa, Rua dos Correeiros, Viana do Castelo: Lutador, Rua Mateus Barbosa).
Bonus für Banken 
Portugals Banken sind besser als der Ruf, der sie seit Monaten begleitet. Das meint die Studie Global Reputation Pulse 2010 des internationalen Reputation Institute, das die Reputation von Ländern, Unternehmen oder Institutionen auf ihren Inhalt überprüft. Die vier größten Banken des Landes, Caixa Geral de Depósitos (CGD), Banco Comercial Português (BCP), Banco Espírito Santo (BES) und Banco BPI, schneiden im Vergleich der 72 größten Banken weltweit gut ab. Die Frage, wieso dieser Ruf sich nicht in der öffentlichen Meinung widerspiegele, beantwortet Pedro Cabrita Carneiro von der portugiesischen Sektion des Instituts gleichfalls global: In der Wirtschaftskrise hätten alle Banken an Wertschätzung eingebüßt, selbst dort, wo dies unbegründet sei. 
Von 100 möglichen Reputations-Punkten erhielten die Großbanken im weltweiten Mittel knapp 61 Punkte; die portugiesische Sparkasse CGD 72,9 Punkte, BCP 59,42, BPI 57,87 und BES 57,15 Punkte. Die überdurchschnittliche Note der staatlichen CGD erklärt Carneiro damit, dass in Krisenzeiten private Banken als risiko-behafteter angesehen werden. Am besten im Weltvergleich schloss Osteuropas größtes Kreditinstitut, die russische Sberbank, mit 76,1 Punkten ab, gefolgt von der schweizerischen Raiffeisen-Gruppe (75,49 Punkte).
Optimismus 
Die Redakteure der Wirtschafts-Nachrichtenagentur Agência Financeira haben eine neue Studie der deutschen Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) analysiert und versucht zu erklären, warum die Deutschen optimistischer als die Portugiesen seien. Die GfK bilanziert Positiv- und Negativ-Punkte, die die Konsumenten vergaben und geht von der Prämisse aus, Verbraucher-Vertrauen entwickele sich parallel zur den Daten der jeweiligen nationalen Wirtschaft. Die haben demzufolge eine psychologische Wirkung auf die Konsumenten. Laut GfK sind die Verbraucher in Deutschland zuversichtlicher als sämtliche übrigen Europäer. Portugiesen hingegen befinden sich auf dem letzten Tabellenplatz (noch hinter Griechenland und Rumänien) mit 47 Negativ-Punkten. Gleichzeitig, so folgert die Agência Financeira, könnten positive Wirtschafts-Daten anderer Länder die Enttäuschung über die Negativ-Werte im eigenen Land noch verstärken. Die gleiche negative Wirkung haben der Agentur zufolge drastische Spar-Maßnahmen des Staates, der allgemein als Wegweiser für die „nachgeordnet empfundenen Sektoren der Wirtschaft und der Bürger“ angesehen werde. Es gelte, den Optimismus anzukurbeln. Dazu könne beitragen, dass der Internationale Währungsfonds und die EU das nun abschließend bilanzierte Wirtschaftswachstum von 1,4 Prozent für das Jahr 2010 als „außerordentlichen Erfolg weit über den geschätzten 0,4 bis 0,9 Prozent“ bezeichnen.
Landesweiter Ärger mit der Autobahn-Gebühr 
Zwei Monate vor der Einführung von Autobahn-Gebühren (15. April) auf Schnellstraßen, die bisher mautfrei innerhalb des SCUT-Netzes (Sem custo para o utilizador) waren, kommen aus allen Landesteilen Klagen über die Folgen der Gebühren. Auf den Schnellstraßen rund um die Nordmetropole Porto kam es zu einer erheblichen Verkehrs-Zunahme auf den National-Straßen und anderen Ausweich-Wegen. Eine heute veröffentlichte Verkehrs-Zählung belegt 32 Prozent mehr Pkw und 35 Prozent mehr Lkw auf diesen Strecken seit der Maut-Erhebung Mitte Oktober 2010. Weiter nördlich in der Region um Viana do Castelo offenbart sich ein ähnliches Szenario; an den ersten Tagen nach Einführung der Autobahn-Gebühr machte der Interessen-Verband der Autobahn-Nutzer sogar um die 70 Prozent mehr Fahrzeuge auf Nebenstraßen aus. Die Lage sei „wieder fast so wie vor dem Bau der Autobahn“, erklärte der Sprecher der Initiative, Fernando Almeida. Das befürchten auch die Anwohner solcher Verkehrswege im Algarve:
Streifzug durch die Moderne Kunst 
Das Museu do Design e da Moda (MUDE) in Lissabon will interessierte Bürger an moderner Kunst, ihrer Geschichte und den Techniken teilhaben lassen und veranstaltet vom 5.April bis zum 20.Juni einen Design-Kurs „im Dialog mit der Mode und anderen künstlerischen Darstellungsformen“. Der Lehrgang erstreckt sich von der „Industriellen Revolution und dem Arts and Crafts Movement der Mitte des 19. Jahrhunderts über Art Deco, Funktionalisten und Avantgardisten der Bauhaus-Schule, über Konzepte der 1950er-Jahre, Pop-Kultur und den Einfluss der aufkommenden Ökologie-Bewegung der 1980er bis hin zu Eklektizismus, Post-Moderne, sowie neuen Materialien und Techniken der Gegenwart. Dozenten sind Künstler, Designer und Hochschullehrer verschiedener künstlerischer Diziplinen. 
Info und Einschreibung (bis zum 8. März!) auf der Webseite des MUDE, unter 00351 – 218886117 oder via E-Mail: mudeeducactivo@gmail.com
Algarve auf der Berlinale 
Die Algarve Film Commission (AFC) ist eine von sieben regionalen Film-Kommissionen aus allen Teilen der Welt, die eine Einladung der Berliner Filmfestspiele erhielt, ihre Arbeit vorzustellen. Die AFC dient in erster Linie dazu, die Region Algarve als Filmkulisse bekannt zu machen und die hier geschaffene Infrastruktur für Filmemacher vorzustellen, so AFC-Präsident Paulo Pereira. Für ihn ist der Auftritt in Berlin eine „einmalige Gelegenheit für die Organisation, Anlauf zum Sprung auf die internationale Bühne zu nehmen. Es gehe dabei nicht nur um Kino-Filme; die AFC hat seit ihrer Gründung 2006 rund fünfzig audio-visuelle Produktionen abgeschlossen – darunter Kino und Musical, Werbefilme und multimediale Mode-Kataloge. 
Portugal ist auf der Berlinale mit der deutsch-portugiesischen Ko-Produktion Swans des 36-jährigen portugiesischen Regisseurs Hugo Vieira da Silva vertreten. Der 126 Minuten lange Film läuft im Forum der Berlinale, wo „junge Filmemacher den Grenzbereich von Kunst und Kino in allen visuellen Formen“ ausloten, so Forum-Chef Christoph Terhechte.
Wert-Marken 
„Das Beste von Mercedes“
wird beklagt
Die portugiesische Post CTT hat bei der Lissabonner Staatsanwaltschaft Strafanzeige gegen Mercedes-Benz Portugal gestellt. Vorwurf: Briefmarken-Fälschung. CTT hat Kenntnis von Marken mit verschiedenen Mercedes-Modellen, die bis hin zum Schriftzug den Postwertzeichen verblüffend ähnlich sehen, die von CTT emittiert werden. Doch eine Briefmarke „ist ein geschütztes geldwertes Objekt wie Schecks, Aktien oder Banknoten: Fälschungen sind strafbar“, so die CTT. Die Mercedes-Marken seien nicht von den CTT herausgegeben, die „die ausschließliche Kompetenz dazu hat“. CTT fand heraus, dass die beklagten Briefmarken Teil einer Werbe-Broschüre des Autobauers für seine Kunden war, Titel: „Das Beste von Mercedes in 12 Briefmarken und 6 Postkarten“. Zuvor hatte Mercedes bei CTT angefragt, ob die Post eine personalisierte Marke für Mercedes herausgeben könne, ein Service, den die CTT für Firmen und Privatpersonen anbieten. Ohne die Antwort abzuwarten, habe Mercedes den Druck rechtswidrig anderweitig erledigt.
Die Kür der Spitzenweine 
Der portugiesische Wein-Export legte im Jahr 2010 um 17 Prozent zu, wie Zahlen des Landwirtschafts-Ministeriums belegen. Über die Hälfte der im Ausland verkauften Tropfen sind Portweine, knapp über 40 Prozent betrug der Anteil der Tafelweine. Die Revista dos Vinhos, Fachblatt für Wein-Liebhaber und -Händler, Gastronomie-Interessierten und Önoturismus-Freunde hat nach der Verkostung von „tausenden von Weinen im Jahr 2010“ die besten gewählt und jetzt in einer Gala in Porto präsentiert. Die Region Douro räumte die meisten Preise ab, unter ihnen zehn mit dem Zusatz-Prädikat des Prémio Excelência für außerordentliche Qualität. Zweitplatzierte Region bei den Auszeichnungen ist der Alentejo; von den dort erzeugten prämierten Weinen erhielten fünf das Zusatz-Prädikat. Auf Platz Drei folgt die Region Dão mit vier Prémios Excelência (alle Weine auf der Internet-Seite der Zeitschrift).
Medizin für Bedürftige 
Heute findet in Portugals Apotheken ein Aktionstag zur Sammlung von Medikamenten für Bedürftige statt. In Analogie zur Banco Alimentar, die Lebensmittel für sozial Schwache sammelt, bittet die Banco Farmacêutico (BF) um Medikamente für „Menschen, die kein Geld haben, aber Gesundheits-Produkte ebenso nötig brauchen wie Essen“. Inês Oliveira, Apothekerin aus dem Lissabonner Vorort Pontinha, war seit der ersten Sammel-Aktion 2008 an dabei und beobachtet, dass immer häufiger Hilfe auch von denen komme, die selbst wenig besitzen. José Luís Segundo von der Farmácia Mendes Segundo in Fuzeta bei Olhão hat sich jetzt angeschlossen, nachdem er von Arbeit und Erfolgen der BF hörte. Von 9 Uhr bis 19 h erklären heute freiwillige Helfer in den teilnehmenden Apotheken die Sammelaktion und bitten um den Kauf als Spende des einen oder anderen rezeptfreien Mittels von einer Liste dringend notwendiger Apotheken-Güter. Derzeit kooperiert die BF mit 57 Institutionen der Sozialhilfe und der Wohlfahrt; sie haben die Dringlichkeits-Liste erstellt. Bisher konnten etwa 10.000 Heilmittel gesammelt werden und damit 30.000 Personen in der Obhunt sozialer Einrichtungen versorgt werden.
       NACHTRAGBei der Sammel-Aktion am 12. Februar in 105 Apotheken und mit der Unterstützung von 250 Freiwilligen kamen rund zehntausend Packungen nicht verschreibungs-pflichtiger Medikamente und Gesundheits-Artikel zusammen, darunter auch Mittel zur Säuglings- und Kinderpflege, erklärte BF-Präsident Luís Mendonça.
Das grüne Sortiment 
Über erneuerbare Energie, Computer-Technologie und Autobau werde viel geredet, wenn eine Leistungsbilanz des Landes erstellt wird, aber „nie von Obst und Gemüse“, so Manuel Évora, Präsident des Verbandes der Obst-, Gemüse- und Blumen-Exporteure, Portugal Fresh. Am Rande der Frischfruchthandels-Messe Fruit Logistica 2011, die derzeit in Berlin läuft, erklärt der Landwirtschafts-Ingenieur, dass Portugal mit der Ausfuhr der Erzeugnisse von Feld, Baum und Beet höhere Einnahmen verbuche als mit dem Wein-Export. Obst und Gemüse machen gut 43 Prozent der portugiesischen Landwirtschafts-Produktion aus; exportiert wird vor allem in europäische Länder und Manuel Évora ist mit Vertretern von dreißig Firmen in Berlin, um neue Abnehmer zu finden. 
Der Markt in Südamerika verspricht Erfolg, denn „dort wachsen die gleichen Sorten wie bei uns, allerdings zu einer anderen Zeit in Jahr“, sodass Portugals Obst und Gemüse den Konsumenten dort ganzjährig die gewohnte grüne Nahrung gewährleisten könnte. Die Region Algarve ist mit Zitrusfrüchten am Export beteiligt, aus dem Alentejo sind vor allem Erdbeeren, Himbeeren, Nektarinen, Pflaumen und Johannisbeeren gefragt. Auch arabische Staaten kaufen immer häufiger Obst und Gemüse in Portugal ein. Portugal Fresh wurde im Dezember als Interessenverband landwirtschaftlicher Erzeuger und Exporteure mit Unterstützung des Landwirtschafts-Ministeriums gegründet.
Ausgewählt 
 FOTO: Osores
Die britische Zeitschrift Motor Sport hat das Algarve Historic Festival, das alljährlich im Herbst im Autódromo Internacional do Algarve (AIA) stattfindet, als eine der zehn herausragenden und empfehlenswerten PS-Veranstaltungen des Jahres angekündigt. Die diesjährige Ausgabe findet vom 20. bis zum 23. Oktober statt und wird mit bisher feststehenden, gut 300 Teilnehmern in vierzehn Kategorien (darunter historischen F1-, F2- und F3-Wagen) und zwanzig Rennen größer und vielseitiger als in den vorherigen Jahren. Bereits zwischen dem 20. und dem 22. Mai wird mit den Portimão Classics eine ähnliche Veranstaltung mit Rennwagen aus den 1960er bis 1990er Jahren aufgelegt.
UNESCO-Bibliothek 
 Biblioteca Municipal Almeida Garrett in Porto
FOTO BMAG
Die Biblioteca Municipal Almeida Garrett in den Gartenanlagen des Kristall-Palastes in Porto wird in das Bibliotheken-Netz der UNESCO aufgenommen. Fünf weitere portugiesische Stadt-Büchereien wurden bereits früher anerkannt: Zunächst 1993 die der Weltkulturerbe-Stadt Guimarães, dann 2003 die Bibliothek in Beja, 2008 die in Alcochete und im vergangenen Jahr die Bibliotheken von Torres Novas und Olhão. Die UNESCO-Kommission in Portugal hatte die Bibliothek bereits 2009 vorgeschlagen, die offizielle Ernennung findet am 16. Februar statt. UNESCO-Bibliothek zu sein bedeutet, im Sinne dieser Organisation für Erziehung, Wissenschaft und Kultur der Vereinten Nationen zu wirken und neben der reinen Bibliotheks-Tätigkeit Aktivitäten zu Bildung und kultureller Entwicklung anzubieten. Die Bibliothek Almeida Garrett trägt den Namen des 1799 in Porto geborenen Dichters, Poeten und Schriftstellers, der auch als Politiker einen Namen in der Gesellschaft seiner Zeit hatte und als Dramaturg und Schriftsteller der Romantik bis heute zu den Vielgelesen gehört.
Internet-Sicherheit verbessert 
Der portugiesische Programmierer David Sopas möchte mit seiner kostenlos nutzbaren Internet-Seite www.websegura.net Usern helfen, Webseiten auf ihre Sicherheit zu testen, bevor sie geöffnet werden. Dazu hat er ein Programm entwickelt, das online läuft und nicht auf dem PC installiert werden muss. Ferner veröffentlicht David Sopas Nachrichten und Informationen zur sicheren Internet-Nutzung. 
Rui Miguel Silva gehört ab sofort der European Working Party on Information Technology Crime von Interpol an, die sich mit der Vorbeugung und Bekämpfung aller Arten von Internet-Kriminalität beschäftigt. Der Ingenieurs-Wissenschaftler Silva ist der einzige Mitarbeiter der Fahndungs-Gruppe, der nicht der Polizei angehört, und sieht in der Einladung zur Mitarbeit auch eine internationale Anerkennung für das von ihm an der Polytechnischen Hochschule in Beja gegründete Laboratório UbiNET zur Informatik-Sicherheit
Internet-Sicherheit wurde soeben zum medial begleiteten Thema, als der Videotheken-Verband ACAPOR Anzeige erstattete, nachdem Hacker die Homepage des Verbandes angezapft hatten. Für den Daten-Angriff wurde die IP-Nummer, also die elektronische Adresse der Polytechnischen Hochschule in Lissabon missbraucht. Insgesamt sei die Zahl der elektronischen Missbräuche im World Wide Web rückläufig, erklärte António Gonçalves, Chef der Abteilung für Internet-Kriminalität bei der Kriminalpolizei (Polícia Judiciária; PJ).
Antrittsbesuch 
 Bundespräsident
Christian Wulff
FOTO: N24
Bundespräsident Christian Wulff kommt am heutigen Donnerstag zu einem Staatsbesuch nach Portugal. Die Reise, die Wulff von Berlin über eine Stippvisite in Madrid nach Lissabon führt, ist der Antrittsbesuch des deutschen Staatsoberhauptes und hat dabei eine umfangreiche Agenda: Wulff trifft seinen präsidialen Amtskollegen Aníbal Cavaco Silva und Regierungschef José Socrates und stattet dem portugiesischen Parlament einen Besuch ab. Zum Ende der Reise steht am Freitag ein Besuch beim Volkswagen-Werk Autoeuropa in Palmela an. 
FOTO: Autoeuropa
Den Besuch in der Arbeitswelt wollen Delegations-Vertreter nutzen, um die von der Bundesregierung im Januar angeregte Anwerbung von Fachkräften aus Portugal zu erörtern (PERSPEKTIVE PORTUGAL berichtete). Dahinter steckt vor allem eine Belebung des 1993 geschaffenen European Employment Services-Dienstes (EURES) der Europäischen Union zur Mobilitäts-Förderung auf dem grenzübergreifenden Arbeitsmarkt. EURES verwaltet derzeit eine knappe Million freier Stellen und ist Informations- und Vermittlungs-Pool für Arbeitnehmer und Arbeitgeber.
Nachdem die insbesondere an Hochschul-Absolventen gerichtete Initiative der Bundesregierung von der portugiesischen Presse aufgegriffen wurde, meldeten sich Interessenten bei der deutschen Botschaft, die aber für die Job-Vergabe nicht zuständig ist. Portugals Arbeitsämter verfügen landesweit über 25 Beratungsstellen, an die sich Portugiesen wenden müssen, die in Deutschland arbeiten möchten. Als Barriere wird die Forderung nach guten Deutsch-Kenntnissen gesehen. „Es sollte bessere Möglichkeiten geben, in Deutschland Deutsch zu lernen. Deutsche Arbeitskräfte, die nach Portugal kommen, verstehen schließlich auch nur selten die Landessprache und lernen im neuen Gast-Arbeitsland“, so ein Sprecher des European Network on Regional Labour Market Monitoring, das den transnationalen Arbeitsmarkt beobachtet und Entwicklung und Perspektiven in Europa auf einer Konferenz am 6. Oktober in Luxemburg vorstellt.
Datenbank unterstützt Krebsforschung
Das Gesundheits-Ministerium sammelt in Datenbanken alle Angaben aus Kliniken und Polikliniken (Centros de Saúde) über Krebsfälle in Portugal, protokolliert Verlauf, Therapie und Heilung der verschiedenen Krankheitsbilder. Bei der Auswertung der Datenbank Registo Oncológico Regional Sul (ROR-Sul) für Süd-Portugal und die Insel Madeira, dessen Info-Portal im Internet zugänglich ist, ergab sich ein Rückgang fast aller Krebsarten. Nur beim Lungenkrebs verdoppelte sich die Zahl der Erkrankten, ebenso wurde eine überdurchschnittlich hohe Zahl von Hautkrebs-Erkrankungen im Algarve verzeichnet, die im vergangenen Jahr noch stieg. Männer sind häufiger betroffen, auch unter Ausländern die in der Region leben, gab es überdurchschnittlich viele Hautkrebs-Erkrankte. 
Rui Lourenço, Präsident der regionalen Gesundheitsbehörde Administração Regional de Saúde ARS Algarve erklärte, sein Amt könne nur über die in der Region behandelten Fälle sprechen, es gebe aber Patienten, die hier lebten und sich andernorts behandeln ließen und deshalb nicht in der regionalen Statistik auftauchen. Bei einer Konferenz des ROR-Sul, die heute in Olhão beginnt, will die ARS die regionale Krebsforschung vorantreiben, „dezentralisiert effektiver arbeiten und landesspezifische Aspekte der Krankheit analysieren“, so Lourenço. Die Arbeit seiner Organisation steht unter dem Eindruck leerer Kassen; deshalb soll der Kongress ein Modell zur Finanzierung der Onkologie in Portugal entwickeln.
Fiskus verschärft Maßnahmen 
Wer dem portugiesischen Fiskus Steuern schuldet, muss mit der Pfändung seines Fahrzeuges rechnen. Die Finanzdirektion teilte jetzt mit, ein Kooperations-Vetrag zwischen Finanzämtern, städtischer Polizei PSP und der in ländlichen Gegenden zuständigen Nationalgarde GNR ermögliche ab sofort die Beschlagnahme des Autos durch die Polizei. Bei Steuer-Schuldnern konfiszierte Autos werden von PSP und GNR zur finanzamtlich angeordneten Versteigerung gebracht; der Prozess dauere etwa einen Monat. Eine Datenbank ermöglicht die Verfolgung des Vorgangs von der Ausstellung des Pfändungs-Beschlusses bis zum erfolgten Verkauf und dem jeweils erzielten Erlös. Beschlagnahme und Lizitation können andererseits sofort gestoppt werden, sobald der Eigentümer des Wagens seine Schulden begleicht. Ein Sprecher des Finanzministeriums betonte, Pfändung und Versteigerung seien „immer der letzte Schritt, nachdem zuvor langfristig und wiederholt, per Einschreiben und durch Besuch eines Finanzbeamten, eine Möglichzeit zur Zahlung der Schuld gegeben war. Doch „niemand sollte auf ineffiziente Bürokratie hoffen“.
Kraft und Helligkeit 
Das Automobil steht gegenwärtig im Mittelpunkt vieler Untersuchungen, Marktentwicklungs-Studien und Neuerungen. Zu letzteren gehört die Ankündigung des Erdöl-Multis BP, seinen neuen Hochleistungs-Kraftstoff Ultimate Invigorate zuerst in Portugal zu verkaufen. Die im Global Fuel Cells Technology Center in Bochum entwickelte Sprit-Beimischung„wird in allen von BP in Portugal vertriebenen Brennstoffen enthalten sein. Da sie fast vollständig verbrennt, wird der Schadstoff-Ausstoß deutlich reduziert“, heißt es in einer Presse-Mitteilung. Außerdem soll der Kraftstoff sehr motorfreundlich sein, versichert der Pressesprecher von BP Portugal, Luís Roberto. Preissteigerungen aufgrund der Markt-Neuheit schloss Roberto aus. BP besitzt in Portugal einen Marktanteil von 27 Prozent und will „mit der Innovation diese Position verbessern“. 
Die Pflicht für Auto-Hersteller, alle Pkw, die seit dem 8. Februar vom Band rollen, mit Tagfahrleuchten auszustatten, wird in Portugal unterschiedlich beurteilt. EU-weit ist Portugal das einzige Land, in dem es zum Tagfahrlicht noch keine Studien gibt.
 In Santarém bezeugen Azulejos
den Ruf der Stadt als
kulinarisches Zentrum Portugals.
Auf diesem geht es um Wein. 
Wunder über Wunder 
Nach der Kür von sieben neuen Weltwundern, des portugiesischen  Architektur-Wunders, des Wunders portugiesischer Herkunft an anderen Orten der Welt und der schönsten Naturlandschaft des Landes geht nun die Kulinarik Portugals ins Rennen um das „Gastronomische Wunder“, das im September bestimmt werden soll. 
Presunto transmontano, der Schinken aus der Stadt Chaves in Nord-Portugal, ist ein Kandidat in der Kategorie „Fleisch“,  ferner können Gourmets über Suppen, Vorspeisen, Fisch, Meeresfrüchte, Wild und Süßspeisen abstimmen. António Serrano, Minister für Landwirtschaft und Ernährung, stellte die Initiative in Santarém vor, die Stadt ist berühmt für ihre kulinarischen Traditionen und Festivals und wird Zentrum der Wahl und auch der Vorauswahl, bei der im kommenden Monat 70 Spezialisten 70 Speisen verkosten. Die 21 besten werden im Internet zur Abstimmung vorgestellt, die am 7. Mai anläuft. Die eigenen Bevölkerung soll die (zum Teil vergessenen, traditionellen) Spezialitäten wieder erinnern, gleichzeitig soll auch im Ausland Werbung für die portugiesische Küche gemacht werden. Zur Wahl der Speisen gehört deshalb die gesamte Kette ihrer Entstehung von Erzeuger und Herkunft über Zutaten und Zubereitungsart bis zur servierfertigen Speise.
Außenhandelsmarkt 
Die größten Hindernisse bei der Konsolidierung der Wirtschaft seien die hohen Kosten für Energie, Transport auf Straße und Seeweg, mangelhafte Kredit-Sicherheit und das starre Arbeitsrecht. Dadurch sei Portugal auf dem Export-Markt gegenüber den direkten Konkurrenten Italien und Spanien nur bedingt konkurrenzfähig, so der Tenor einer Konferenz zur Export-Förderung mit Teilnehmern aus allen Bereichen der portugiesischen Wirtschaft (PERSPEKTIVE PORTUGAL berichtete). Regierungschef José Sócrates versprach zu Beginn der Konferenz, die Bedingungen für portugiesische Exporte zu verbessern. 
 Portal für den Export:
Der Containerhafen in Lissabon
Nach Auskunft der Weltbank liegt Portugal unter 223 Export-Nationen auf Rang 53 mit einem Warenwert von rund 41,55 Milliarden Euro. Die etwa gleich bevölkerungs-starken EU-Länder Belgien (Export-Rang 12) und die Tschechische Republik (Rang 30) schreiben deutlich bessere Außenhandels-Bilanzen. Vorschläge zur Modernisierung des Exportmarktes beinhalten vor allem Transport- und umwelt-technologische „Investitionen in die Zukunft“, so Filipe Pereira von der Firma EFACEC, einer der europaweit größten Transformatoren- und Transportmittelbauer und einer der Weltmarktführer für Ladestationen und Ausrüstung von Elektro-Fahrzeugen. Die Konferenz-Teilnehmer wollen ein Weißbuch auflegen, in dem Bestandteile und Entwicklung des Export-Marktes laufend protokolliert werden. Portugal exportiert vor allem nach Spanien (26,5%), Deutschland (13%), Frankreich (12%), Großbritannien und die USA (je rund 6%).
Der ideale Kunde 
Die Kredit-Politik der Banken in Portugal führt dazu, dass die Bedingungen für Immobilien-Darlehen immer schärfer werden. Die Zeitung Diário Económico hat bei einen Vergleich der Banken eine Art „Typologie des idealen Kreditnehmers“ ausgemacht, die demzufolge mindestens 40 Prozent der Immobilie selbst finanzieren sollten. Für Zinsen und Tilgung sollten nicht mehr als 35 Prozent des Haushalts-Einkommens notwendig sein und der Kunde muss sich an die kreditgebende Bank durch den Abschluss anderer Verträge zusätzlich binden, etwa durch Kreditkarten, Versicherungen oder Sparverträge – manche Banken erwarten laut Diário Económico bis zu sieben über den Immobilien-Kredit hinausreichende Leistungs-Verträge. Ferner werden mit dem Kredit verbundene Zusatz-Kosten, wie Kommissions-Gebühren, immer höher, wie die Staatsbank Banco de Portugal bestätigt. Zudem bewerteten die Kredit-Institute die Immobilien zunehmend unter Wert. Vertreter einiger Banken sehen darin nicht nur Selbstschutz, sondern auch Verbraucher-Schutz, wenn das Risiko, sich bei einer hohen Finanzierung zu übernehmen, niedrig bleibe.
Der Wohnungsmarkt verändert sich 
Sieben von zehn Personen, die ein neues Zuhause suchen, bevorzugen Häuser oder Wohnungen zur Miete. Seit dem Miet-Boom 1995 gab es keine so ausgeprägte Nachfrage nach Miet-Objekten mehr wie gegenwärtig. Die verschärften Kredit-Bedingungen der Banken machen es den einen unmöglich, ein Haus zu kaufen, die anderen fühlen sich von den Kreditinstituten abgeschreckt. Dem Ansturm auf den Miet-Markt steht gegenüber, was Makler und Vermieter als „Hemmschuh für den Wohnungsmarkt“ bezeichnen: Ein Mieterschutz, der auch Personen begünstigt, die über eine sehr lange Zeit keine Miete bezahlt haben. Nur unter größten Schwierigkeiten können sie aus der Wohnung entfernt werden. Dies will die Regierung nun ändern, um das „teilweise generalstabsmäßig organisierte Miet-Nomadentum“ zu bekämpfen, so der Präsident des Makler-Verbandes APEMIP, Luís Lima.
Reich, klug und gesund oder arm und krank 
Ein langes Leben hängt weniger vom Wohnort ab, als vom Kontostand: Arbeiter sterben früher. Das ist das ungeschminkte Ergebnis einer Untersuchung des Soziologen Ricardo Antunes. Höherer Bildungsstand und Wohlstand können in Portugal die Lebenserwartung bis zu zehn Jahre erhöhen. Für seine Studie wertete Antunes die Kranken-Akten von knapp 2.000 Verstorbenen aus, die zwischen 1920 und 1930 geboren wurden und entweder in ländlichen Kreis Beja oder in einem Krankenhaus-nahen Bezirk Lissabons gelebt hatten. Fazit: Die räumliche Nähe zu Ärzten in Lissabon oder die Entfernung zu medizinischer Versorgung auf dem Land hatten praktisch keinen Einfluss auf den Verlauf von Gesundheit und Krankheit im Laufe des Lebens. Anders sah es bei einem Vergleich von Berufsgruppen aus: Ärzte, Lehrer, Anwälte oder Ingenieure überschritten häufiger das 80. Lebensjahr und lebten im Durchschnitt länger als Arbeiter. Der Unterschied lag in Lissabon bei einem mittleren Plus von 13,8 Jahren und im Kreis Beja von 11,5 Jahren. 
Der Unterschied bleibt auch im Falle auftretender schwerer Krankheiten bestehen: Bei Schlaganfällen, Herz-Erkrankungen oder Krebs waren die Heilungs- und Überlebens-Chancen bei Patienten mit niedrigem Bildungs- und Wissens-Standard geringer. Diese Gruppe habe im gesamten Leben weniger Zugang zu Informationen über das Thema Gesundheit. Anders als in anderen EU-Ländern sei Vorsicht geboten bei der Einordnung von wirtschaftlich besser versorgten Personen wie etwa Unternehmern. In Portugal hätten die oft einen deutlich niedrigeren Bildungs-Grad als ihre Mitarbeiter. Nicht Wohlstand oder Bildung, sondern „nur die Verbindung beider verbessern Gesundheit und Lebenserwartung“, resümiert Antunes. Das Projekt Por um Algarve sem Pobreza will mit seinen Veranstaltungen die Lehren aus Antunes' Studien umsetzen.
Einer gewinnt immer 
Es ist erst Anfang Februar, doch Portugals Lotterie-Spieler freuen sich bereits über eines der erfolgreichsten Jahre. Seit Anfang Januar war bei jeder Ziehung des Hauptgewinns der beliebten und lukrativen Lotterie Euromilhões (Tipp-Formel: 5 aus 50 plus 2 aus 9), an der außer in Portugal auch Tipper in Spanien, Frankreich, Großbritannien, Österreich, Belgien, Schweiz, Luxemburg, Irland und Liechtenstein teilnehmen, ein Portugiese unter den Gewinnern. Der Tipp ist in Portugal das einzige Geld-Wettspiel, dessen Gewinn nicht besteuert wird. Doch bei so reicher Ernte hat nun der Fiskus ein Auge auf Tipp-Gemeinschaften geworfen. Eine Gruppe von zwanzig Spielern auf Madeira, die kürzlich eine 50-Millionen-Ausschüttung gewannen, sollen als nicht eingetragener Verein behandelt und damit steuerpflichtig werden. Insgesamt gingen von Euromilhões seit Anfang Januar über 35 Millionen Euro nach Portugal. 2010  machte die europäische Lotterie fünf Portugiesen zu Millionären.
Lissabon und Kairo 
 FOTO: Enric Vives-Rubio
Auch in Portugals Hauptstadt finden Solidaritäts-Kundgebungen mit dem protestierenden Volk auf dem Tahrir-Platz in Ägyptens Hauptstadt Kairo statt. Die Versammlung basierte auf einer Benachrichtigung an der Pinnwand des sozialen Netzwerks Facebook, dann schlossen sich auch Passanten der kleinen Demo auf der Praça do Município vor dem historischen Rathaus an. Protest-Rufe oder Gesänge fehlten, Plakate hingegen nicht. Ein älterer Herr fühlt sich an die Nelken-Revolution von 1974 in Portugal erinnert: Der damalige Regierungschef Marcelo Caetano habe seine Macht auch nur „an António Spínola abgegeben, weil er vermeiden wollte, dass die Straße die Macht übernimmt“. Aber das Militär in Portugal „ist nicht von der Macht korrumpiert gewesen, wie es die sozial privilegierten Militärs in Kairo sind“, das sei der fundamentale Unterschied.